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Dienstag, 3. November 2015

Federtasche für Nordmädchen

Heute gehts endlich weiter mit den Blogposts. Meine Krankheit hat mal wieder fies zurückgeschlagen (yay, nun ist auch die Lunge betroffen -.-) und so habe die letzten Tage mal wieder nur im Bett oder auf der Couch verbracht. Inzwischen gehts mir aber deutlich besser. Ich spekuliere sogar darauf am Donnerstag endlich wieder arbeiten gehen zu können. Aber genug davon.

Ich hatte mir überlegt, dass ich Nordmädchen zusätzlich zu den gewonnenen Socken noch eine kleine Tasche schenken möchte. Nach ein bisschen hin und her schreiben, hatte ich ihre Vorstellungen (Federtasche, etwas kleiner und kompakter als die mittleren Vickys und vor allem Platz für etwas längerere Stabilostifte) vor mir liegen und machte mich an das Herumprobieren. Ich erinnerte mich, dass ich irgendwo bei Pattydoo einen Schnitt für eine kleinere Tasche gesehen hatte... Mit ein bisschen Suchen fand ich schließlich die Anleitung für das "Spitzentäschlein". Auf den Bildern sah es mir schon ein bisschen sehr klein aus...


Da ich eh noch massenhaft Wachstuch hier herumliegen hatte, habe ich mich daran gemacht und einen Prototyp genäht. Und wie ich vermutet habe, diese Tasche ist etwas zu klein. Kugelschreiber und Kleinzeug passen ohne Probleme, aber Stabilostifte? No way. 
Nachdem ich nun Gewissheit (und eine neue Tasche für Kleinzeug) hatte, habe ich den Schnitt verlängert und ihn mit den richtigen Stoffen zugeschnitten.


Nordmädchen war sehr angetan von dem Katzenstoff von "Alles für Selbermacher", da sie auch ein waschechter Katzenfan ist. Ich bewundere bei Instagram auch immer gerne ihre Fluff-Bilder, da geht einem wirklich das Herz auf. Schaut euch diese Öhrchen an... ♥


Ich hatte auch noch glücklicherweise ausreichend von dem Stoff übrig. Ich konnte sogar noch eine der seltenen weißen Katzen mit auf die Federtasche draufschmuggeln. ;)



Als Innenstoff habe ich einen gepunkteten Stoff verwendet, der sich gut in das Gesamtbild einfügt. Das Nähen hat mir viel Spaß gemacht - das wird sicherlich nicht meine letzte Tasche nach dieser Anleitung gewesen sein. Vor allem habe ich schon ein paar Anfragen erhalten, ob ich diese Tasche nochmals für jemanden nähen könnte. Ich bin generell für Tauschgeschäfte offen. ;)


Beim Fotografieren hat sich dann noch Crowley mit aufs Bild geschummelt. Der Katzenstoff hat ihm wohl auch gefallen. Inzwischen ist die Tasche bei Nordmädchen angekommen und schon im regen Gebrauch. Das freut mich sehr!  :)

Verlinkt bei Creadienstag, HOT

Liebe Grüße
Sina

Dienstag, 20. Oktober 2015

Blueberry Waffle Socks

️Ich habe bei der lieben Ste das Muster Blueberry Waffle Socks entdeckt, welches sie in unserer Raverlygruppe als #instagramstrickstaffel vorgeschlagen. Ich habe mich ganz heimlich dazugeschlichen.


Ich stricke mit Nadelstärke 2,5mm eine Version mit 72 Maschen, also auf jeder Nadel 18 Maschen. Ich verwende Wolle von Drops namens Fabel.


Da mir bei Dimasq die Wolle ausgegangen ist, habe ich hier im Allgäuer Exil ein ordentliches Stück geschafft und bin inzwischen mit der zweiten Socke fertig.


Die fertigen Bilder gibt's dann, wenn ich wieder in heimischen Gefilden bin. 


Die Drops Fabel ließ sich gut verstricken, für meinen Geschmack ist sie aber ein wenig zu kratzig. Da Max sich daran aber nicht stört, ist es nicht so schlimm. 


Zum Abschluss gibt's ein Bild von Meg, wie sie mich mit schiefen Blick ansieht. Es heißt ja allgemein, dass Katzen keine Mimik haben, bei Meg würde ich da aber widersprechen. Sie kann ihre Wünsche und Gedanken immer gut auf ihrem Gesicht darstellen. ;) 

Liebe Grüße
Sina

Montag, 19. Oktober 2015

Dimasq Fortschritte

Endlich habe ich für euch mal wieder ein kleines Update zum Dimasq-KAL. Momentan bin ich im Rahmen eines Weiterbildungsseminars im Allgäu und tippe diesen Beitrag mit dem Handy. Kurz bevor ich abgereist bin, habe ich Bilder von meinen aktuellen Projekten geknipst und diese als Post-Entwürfe vorbereitet. Wenn mich das WLAN im Rezeptionsbereich nicht verlässt, gibt's diese Woche noch ein bisschen was von mir zu lesen. ;)


Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 1,5 Chartwiederholungen. Inzwischen geht mir das Muster sehr gut von der Hand. Ich brauche meist nur einen kurzen Blick auf den Chart und kann dann das Muster blind Stricken. An dieser Stelle nochmal ein großes Kompliment an Fia, das Muster ist einfach nur fantastisch durchdacht.


Da ich gestern ca 7 Stunden mit der Bahn unterwegs war, habe ich an Dimasq noch ein ordentliches Stück geschafft. Blöd nur, dass ich vergessen habe mir weitere Wolle mitzunehmen. Ich habe aber noch zwei weitere Strickprojekte mitgenommen. Dann muss ich halt an denen weiterarbeiten.


Zum Abschluss gibt's ein Katzenbild. Sie halten Händchen. ;) Crowley hat inzwischen endgültig die Größe einer normalgroßen Hauskatze überschritten.

Liebe Grüße
Sina

PS: Ich hoffe, dass mir das Format nicht durch die Tatsache zerschossen wird, dass ich diesen Blogbeitrag mit dem Handy tippe. Ansonsten gibt's erst am Wochenende was neues von mir.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen...

So oder so ähnlich kann man meine letzten 3 Wochen beschreiben. Ich war zuerst eine Woche mit einer echt fiesen Grippe im Bett, bin dann am Wochenende mit dem ICE quer durch Deutschland nach München zu einem Geschäftstermin gefahren. Blöderweise saß mir in dem ICE ca. 5 Stunden ein Mann gegenüber, der an seiner Erkältung fast krepiert ist. Schon am Sonntagabend im Hotel merkte ich, dass ich mich gar nicht mehr gut fühlte. Spätestens in der Nacht wusste ich, dass ich mir erneut etwas eingefangen hatte. Mein Immumsystem hatte zwischen Krankheit 1 und Krankheit 2 keine Möglichkeit sich richtig wieder aufzubauen. Außerdem muss ich dazu erwähnen, dass ich eine chronische Erkrankung habe, die das ganze Jahr hinweg mein Imumsystem schwächt. 
Montags musste ich vor ca. 30 Leuten einen Vortrag halten. Normalerweise absolut kein Problem, aber wenn man kaum ein Wort herausbringt, weil einem andauernd die Stimme wegbricht, schon. :/  Abends nach dem Termin in den Flieger nach Hause gehüpft und erschöpft ins eigene Bett gefallen. Heute war ich den ersten Tag wieder bei der Arbeit, eigentlich viel zu früh. Aber ich habe heute und morgen einen Trainee aus dem Konzern, dem ich eine Controllingschulung erteilen soll. Außerdem ist morgen für uns Controller der wichtigste Tag im Monat: Abgabe der endgültigen Zahlen. 
Am Sonntag bin ich dann wieder quer durchs Land mit dem ICE unterwegs, da ich die komplette nächste Woche ein Seminar im Allgäu besuchen werde. Ich hoffe, dass ich diesmal keinem todkranken gegenüber sitzen werde. Wenn ich wieder krank werde, drehe ich langsam durch... 

So, genug aber Voraberklärung warum und wieso ich keine Zeit zum Bloggen hatte. Ich brauche zum Schreiben immer etwas Ruhe, aber in der letzten Zeit war ich entweder matschig von Medikamenten oder hatte keine innere Ruhe, um ein paar Sätze zu tippen. Allerdings war ich nicht völlig untätig, sondern habe im Gegenteil eine ganze Menge geschafft. 

Heute möchte ich euch von meinen  Nähergebnissen berichten. Nähen? Ja, ich stricke nicht nur, sondern kann auch ein bisschen nähen. Allerdings bin ich im Stricken deutlich sicherer in dem was ich tue, beim Nähen schwingt oft der Nervenkitzel mit, ob mir überhaupt das Endprodukt gefällt. ;) 

Ausgelöst wurde diese erneute Leidenschaft für das Nähen durch meine Arbeitskollegin, die sich vor wenigen Wochen bei Lidl eine Nähmaschine gekauft hatte und mich gebeten hatte, ihr einen Näh-Crashkurs zu geben. Kein Problem - ich habe immer großes Interesse daran, Menschen die ich mag, die Faszination an Handarbeiten näherzubringen. Das war übrigens auch die selbe Arbeitskollegin, der ich vor ca. einem Jahr das Stricken beigebracht habe. So lud ich sie eines Nachmittags zu uns nach Hause ein (das war noch vor Krankheit 1) und zeigte ihr einen kleinen Ausschnitt aus der großen Welt des Nähens. 

Später fuhren wir dann noch zusammen nach Hamburg-Bergedorf zum Lagerverkauf des Onlineshops "Alles für Selbermacher". Was für ein Paradies! So viele schöne Stoffe, tonnenweise erschwingliche Kurzwaren... Ich war ein bisschen überwäligt. Vor allem fand ich beeindruckend, wie viele Mitarbeiter dort gleichzeitig im Geschäft herumwuselten und die Stoffe zuschnitten, die dann später an die Kunden per Post versandt werden. Das Geschäft darf man nsich nicht wie ein normales Ladengeschäft vorstellen, sondern eher wie ein geöffnetes Lager, in dem man herumspazieren darf. 


Dies sind die Stoffe, die mit nach Hause durften. Für diese ganzen Stoffe habe ich kaum etwas bezahlt, da fast alle aus der Restekiste stammten, für die dann ein Kilopreis gilt. Da es alles recht leichte Stoffe sind, habe ich max. 6 Euro für alle Stoffe bezahlt. 


Besonders gut gefällt mir der Stoff mit den Laternen. Ich habe ca. einen halben Meter und wollte ihn gerne mit dem türkis gepunkteten Stoff kombinieren. Was daraus wird...? Ich bin noch unentschlossen. 


Ich habe dann aus der Restekiste auch noch einige Reißverschlüsse mitgenommen. Auch hier wieder zum Kilopreis, sodass die einzelnen Verschlüsse nur wenige Cents pro Stück kosteten.


Und ebenfalls in der Restekiste fand sich dieses schöne Webband, dass sicherlich irgendwo dekorativ verwendet werden wird. Und auch hier kam wieder die Restekiste-Regelung (Kilopreis) zum Tragen. So günstig habe ich noch nie Stoffe und Kurzwaren gekauft... Ich kann den Laden jedem Empfehlen, der Freude am Nähen und an schönen Stoffen hat.


Kaum zuhause musste ich direkt die neuen Stoffe ausprobieren und habe mich an dem Schnittmuster Vicky von Pattydoo versucht. Vicky ist eine kleine, rechteckige Tasche, die vor allem gut für Kosmetik oder anderem Kleinkram (Stricknadeln und Co.) genutzt werden kann. 


Für die Außenseite habe ich mich für den gepunkteten Stoff und für die Innenseite für den Katzenstoff entschieden. 


So sah dann meine erste Vicky aus. Ein paar der Nähte waren ein bisschen krumm und schief, aber generell war das ganze auf jeden Fall sehr vielversprechend.


Passenderweise hatte ich zuhause sogar ein Webband, das perfekte zu der Punkteoptik passte.


Ich hatte vor längerer Zeit die Tasche mit Wachstuchstoffen von Stoff und Stil zugeschnitten, habe die Tasche aber nie zu Ende genäht. Das habe ich dann auch noch schnell erledigt. 


Durch das Wachstuch zu Nähen war teilweise eine echte Qual. Da meine Nähmaschine keinen Obertransport hat und der Tipp von Pattydoo (Nimm doch einfach Masking Tape, um das Nähfüßchen abzukleben!) nicht wirklich gut funktioniert hat, war es schon eine kleine Herausforderung. Trotzdem mag ich diese Tasche auch sehr gern. 


Hier noch ein kleines Gruppenbild. Inzwischen habe ich zwei weitere Vickys genäht und eine dritte ist in Arbeit. Diese weiteren Vickys habe ich vergrößert, da mir der ursprüngliche Schnitt für die meisten Sachen doch zu klein ist. Außerdem habe ich sie um weitere Innenfächer erweitert und versuche bei jeder Tasche mich um ein weiteres Detail zu steigern. Das dauert zwar alles ein bisschen lange, aber so habe ich jeden Fall genug Weihnachtsgeschenke. ;) 


Und wer es bis hier unten durchgehalten hat, bekommt zum Abschluss noch zwei Bilder von unserem Kater Crowley. Die Bilder wurden ca. vor zwei Wochen aufgenommen. Inzwischen ist er noch einen Tacken größer. Diese Maine Coons wachsen auch wie Unkraut. ;)


Der Platz auf meiner Musikanlage ist sein absoluter Lieblinplatz. Von dort hat man auch eine super Aussicht!

Liebe Grüße
Sina

Dienstag, 22. September 2015

Fortschritte bei Dimasq und ein Zwischenupdate zu anderen Projekten

In der letzten Zeit war es hier ein bisschen still. Das liegt zum Großteil daran, dass bei uns auf der Arbeit momentan die stressigste Zeit des Jahres ist. Zwischen September und Ende Oktober ist hier immer die Hölle los. Und zum anderem gab es diverse Familienfeste, die irgendwie alle gleichzeitig stattfanden. Das ist vor allem blöd, wenn die jeweiligen Familien jeweils 300 km entfernt voneinander wohnen und man Freitags auf die eine Feier und Samstags auf die andere Feier eingeladen ist... *seufz* Trotzdem habe ich zwischendrin noch ein wenig Zeit gefunden, um an ein paar Projekten weiterzuarbeiten. 

Meine Azurdrachensocken sind schon seit einiger Zeit fertig, allerdings bin ich (oder eher gesagt Max) noch nicht dazu gekommen, die Fäden zu vernähen bzw. ansehnliche Fotos zu machen. Außerdem war in letzter Zeit das Licht dermaßen dunkel und grau, dass ich dazu auch noch nicht so viel Motivation hatte. Den Herbst in Norddeutschland kann man defintiv nicht leugnen.

Mein nächstes Sockenprojekt sollte eigentlich ein kleiner KAL (#instagramstrickstaffel) mit Tüt werden, das Muster "Abwärts" hatte sie sich ausgesucht. Dies habe ich aber erstmal nach hinten verschoben, da Nordmädchen bei meiner finalen Bloggeburtstagsverlosung sich ein Sockenpaar wünschen durfte. Sie hat sich das Muster "Irene" ausgesucht. Ich bin auch schon mit dem ersten Socken fast fertig, es fehlen nur noch wenige Runden bei der Spitze. Liebes Nordmädchen, falls du das hier liest: Darf ich Fortschrittsbilder posten oder soll ich warten, bis ich fertig bin, es dir zuschicken und dann Bilder veröffentlichen? Willst du wissen, was dich erwartet oder eine Überraschung? ;)

Nun aber mal zu Ergebnissen, die man auch in Bildern sehen kann: 


Ich bin inzwischen von dem Nadelspiel auf 3,5mm Knit Pro Karbon Rundnadeln mit 40cm-Seil umgestiegen. Und ihr glaubt gar nicht, was das für eine Erlösung war, endlich auf Rundnadel zu stricken. Ich bin ja sonst ein großer Verfechter von Nadelspielen, vor allem bei Socken, aber bei Dimasq war es für mich irgendwie mehr als krampfig. Zudem hatte ich noch meinen Strickfingerhut verlegt und musste lange Zeit ohne mein Lieblingshilfsmittel arbeiten. Daher sind einige Maschen nicht so perfekt abgestrickt, wie ich es gerne hätte. Ich werde später beim Dämpfen und Spannen da aber noch einiges ausgleichen können. 

Mit der Rundnadel geht mit das Muster nun viel schneller von der Hand und es macht richtig viel Spaß. Inzwischen bin ich kurz vor Ende des letzten Mustercharts und brauche am Rundenanfang nur noch einen kurzen Blick auf das Muster zu werfen und kann es quasi "blind" stricken. Das ist einfach das Schöne an Dimasq: Das Muster ist so wunderschön logisch gestaltet, wenn man sich einmal "reingedacht" hat, strickt es sich fast wie von selbst.


Dimasq ist mittlerweile eine kleine orientalische Zipfelmütze. ;) Ich werde jetzt abwechselnd an Dimasq und an Irene für Nordmädchen weiterstricken, damit ich diese beiden Projekte ordentlich vorantreiben kann. In ein paar Wochen stehen bei mir einige Dienstreisen in kurzer Zeit an, - teilweise mit 7 Stunden Bahnfahrt - da werde ich sicherlich genug Zeit haben, um an Dimasq endlich große Fortschritte vorweisen zu können. 


Und hier noch ein bisschen Catcontent zum Abschluss: Geschwisterkuscheln. ♥ 


Liebe Grüße
Sina

Dienstag, 8. September 2015

Vom Wahnsinn befallen... [Dimasq KAL]

Der Dimasq KAL hat begonnen. Und ich habe entgegen aller guten Vorsätze nicht meine Doublefacevariante weitergestrickt, sondern in einem Anfall von Wahnsinn die Strandedvariante angeschlagen. Anfangs war es wirklich ungewohnt... Allein die Konstruktion wirkte auf dem Papier leicht abenteuerlich auf mich. Aber später, als ich das Geschriebene umgesetzt habe, wirkte es logisch. (Bis auf einen Verständlichkeitsfehler meinerseits, den konnte ich aber dann mit ein bisschen Grübeln lösen. Falls jemand an der Stelle ist: Es sind 19 Maschen und nicht 17 Maschen, da hat die liebe Fia sich blöd ausgedrückt.)


Ich stricke Dimasq Stranded in meiner Lieblingswolle, die Drops Baby Merino. Als Nadelstärke benutze ich (Baumstämme aka) 3,5mm. Bei der Farben stricke ich eine Kombination aus pflaume (Hauptfarbe) und hellgrau (Kontrastfarbe). Lustigerweise strickt Tüt eine ähnliche Farbkombination, aber das war eher Zufall. Ich habe in meine Baby Merinoschublade gegriffen (ja, ich habe eine Schublade extra für Baby Merino ;)) und geschaut, welche Farben gut harmonieren und dabei kamen diese Farben raus.

Als ich dann den Musterteil begonnen habe, war es zuerst sehr ungewohnt so wenig Mustermaschen zu haben. Ich bin von Doubleface die doppelte Anzahl Maschen gewöhnt. Aber nach einigen Wiederholungen kommt man dann aber an genug Maschen, keine Sorge. ;)


Und wegen diesen beiden Wurzelzwergen komm ich momentan kaum zum Stricken. Meg (links, Katze) findet Wolle richtig, richtig doof und wird ganz wild, wenn ich es wage mit Wolle zu arbeiten. So viele sich bewegende Fäden. O_O Das geht nicht! Tötet sie alle!! ò_ó
Und wenn die Wolle getötet wurde, will sie nur noch in den Arm und durchgekuschelt werden. *seufz*

Naja, Crowley (rechts, Kater) hingegen hat es gar nicht mal so sehr auf die Wolle abgesehen. Er will am Liebsten die ganze Zeit mit mir kuscheln. Bestenfalls auf oder in meinem Arm liegen. Stricknadeln dann noch zu halten, ist etwas schwierig. Seine Kuschelsehnsucht nach mir geht inzwischen sogar schon so weit, dass er sich abends am Liebsten mit mir unter die Decke kuscheln will, um mir möglichst nah zu sein.

Max tut mir da schon echt ein bisschen leid, denn er füttert die Katzen und die Blöden schauen ihn nur an, wenn ich arbeiten bin. Sobald ich zuhause bin, sind beide völlig auf mich fixiert. Daher kann ich momentan nur auf der Arbeit in der Mittagspause 1-2 Reihen stricken oder zuhause wenn Max die Katzen mit Spielzeug ablenkt. Und selbst wenn Max sie abgelenkt, ist es immer noch sehr gefährlich für meine Wolle. Trotzdem hab ich beide furchtbar lieb. Die Kinder sind momentan nur etwas anstrengend und nicht förderlich für meinen Strickoutput. ^^°


Liebe Grüße
Sina

Mittwoch, 19. August 2015

Mittwochs mag ich: Unsere Kitten ♥

Ich hatte ja schon vor einiger Zeit angekündigt, dass Max und ich uns zwei Maine Coon Kitten holen wollten. Vor ca. zwei Wochen war es endlich soweit und wir durften das Geschwisterpaar endlich von der Züchterin abholen.

Meg hat die Färbung black tabby


Dies ist das Mädchen von den beiden, wir haben sie Meg getauft. Max und ich waren beide schon früher Katzeneltern, aber unsere Familien hatten sonst immer nur eine Katze gleichzeitig. Daher war es wirklich überraschend, wie viel kleiner Meg im Gegensatz zu ihrem Bruder ist. Vorher hatten wir da nie eine richtige Vergleichsmöglichkeit. Wir wussten, dass Kater generell größer sind, aber Meg war wirklcih nur eine handvoll Katze, als wir sie abholten.

Am Kopf hat sie noch ein bisschen braunes Fell

Anfangs war sie sehr scheu, ihr Bruder war nach wenigen Stunden des Ankommens schon so weit, dass er direkt unsere Nähe suchte. Doch Megs anfängliche Scheu legte sich nach einigen Tagen und wir mussten feststellen, dass man diese Katze nur mit einem einzigen Wort beschreiben kann: Zart.

Wenn sie mit unserer Spielschiene spielt, tippt sie nur ganz sachte den Ball an und beobachtet, wie er langsam vor sich hinrollt. Beim kuscheln setzt sie sich ganz behutsam auf den Schoß.

Sie ist deutlich kleiner als ihr Bruder


Doch leider mussten wir nach kurzer Zeit feststellen, dass diese klitzekleine Katze sich bedingt durch Stress und den extremen Wetterwandel (Temperaturen zwischen 20-38 Grad) einen Katzenschnupfen zugezogen hatte. Ihr Katzenschnupfen äußerte sich durch vermehrtes Niesen. Auch ihr Bruder hatte sich mit dem Erreger angesteckt. Allerdings äußerte sich dies bei ihm durch eine Bindehautentzündung seines linken Auges. Beim der Tierärztin angekommen, verordnete diese für das Mädchen eine Spitze zur Stärkung des Immunsystems sowie Antibotika. Der Junge sollte 2-3 Mal täglich eine Augensalbe für sein entzündetes Auge erhalten. Puh. So viel Aufregung in der ersten Woche. Natürlich haben wir auch die Züchterin in Kenntnis gesetzt, diese meinte allerdings, dass ihre Katzen alle gesund seien und diese Reaktion bei unseren Kitten wohl vom Umzugsstress herrühre. 

Inzwischen geht es beiden wieder gut. Nur Meg niest hin und wieder noch. Da werden wir heute aber noch Kontakt mit der Tierärztin aufnehmen, da uns jetzt auch die Antibotika ausgehen.

Crowley hat die Färbung silver tabby

Und hier ist der oben angesprochende Junge. Und da er ein ganz wilder ist, der keinerlei Angst kennt, haben wir ihn Crowley genannt. Crowley ist ein Kater, der immer 110% gibt. Egal ob beim Spielen, Fressen oder Schlafen.

Wenns ums Jagen geht, ist er immer ganz vorne mit dabei

Wir mussten ihn anfangs beim Spiel zusammen mit Meg bremsen. Die Kleine war anfangs noch von ihrer Erkrankung zu sehr geschwächt um ansatzweise mit ihm mitzuhalten. Daher kam es häufiger vor, dass er sie einfach über den Haufen rannte.

Aber er kann auch ganz entspannt relaxen

Da haben wir natürlich eingegriffen und Crowley soweit abgelenkt, dass er lieber mit dem Federbüschel spielt, anstatt seine Schwester zu drangsalieren. Denn Ablenkung ist in solchen Fällen immer noch die beste Methode. Im Vorfeld haben Max und ich uns einiges an Wissen angelesen. Natürlich wussten wir so schon viel über Katzen (wir waren ja schon früher Katzenhalter), aber es gibt wirklich einige Feinheiten, die man übersehen kann. 

Typische Situation: Meg liegt im Lieblingskatzenkorb

Zum einem würde ich gerne das Buch "Tipps von der Katzenflüsterin: Wie wir unsere Katze besser verstehen und sie dazu bringen, zu tun, was wir wollen" von Mieshelle Nagelschneider empfehlen. Das Buch bringt einem wirklich sehr viel über das Verhalten unserer heutigen Hauskatzen bei und ich hatte einige Aha-Erlebnisse, denn viele Dinge, die ich bei der Katze meiner Mutter gesehen hatte, machten auf einmal Sinn. Man muss sich in das Gedächtnis rufen, dass Katzen im Grunde ihres Herzens Raubtiere sind. Und nicht die kuscheligen, friedlichen Samtpfötchen, denen man seinen eigenen Willen aufzwingen kann.

Crowley bekommt das mit und macht ihr den Platz streitig

Zum anderem möchte ich zusätzlich das Buch "Clickertraining für Katzen" von Birga Dexel empfehlen. Da unsere beiden Katzen wohl keine Freigänger werden können, die B75 ist direkt neben unserem Haus und die vielbefahrende A1 ist ca 2km entfernt, werden wir versuchen die beide mit Clickertraining auszulasten. In diesem Buch finden sich viele nützliche Anleitungen, wie man die Katze konditioniert und mit ihnen wahre Kunststücke ausführen kann. Ich habe mit Meg auch schon ein bisschen geübt und bisher bin ich sehr angetan. Sie macht unglaublich gerne mit und kann inzwsichen schon auf Kommando Männchen machen. Ich bin gespannt, was da die Zuknuft werden wird.

Und erobert

Es ist generell auch erstaunlich, wie gut unsere Kitten das angebotende Spielzeug annehmen. Die Spielschiene ist bei uns im täglichen Gebrauch. Vor allem Crowley liebt jede Art von Bälle. Ich werde versuchen ihn darauf zu konditionieren, dass er irgendwannmal apportieren kann. Und da er nicht auf den Kopf gefallen ist, wird er das wohl auch sicherlich hinbekommen.

Die kleine Schwester zieht um auf den Zweitlieblingsplatz, die Kratzwelle
Auch den Naturkratzbaum, den wir selber gebaut haben, wird gut angenommen. Leider ist er relativ klein. Vielleicht haben wir nächstes Frühjahr die Chance einen größeren Baumstaum zu bekommen, um noch ein bessere Spielmöglichkeit für die beiden zu bietren.

Es geht aber natürlich auch ganz harmonisch
Seitdem es Meg auch wieder besser geht, spielt sie jeden Tag mehr und wird immer aktiver. Jetzt beginnt nicht nur Crowley mit der Aufforderung zum spielen, sondern auch mal Meg. Es ist wirklcih schön zu sehen, wie die Geschwister sich zu Tag zu Tag mehr an uns gewöhnen und sich immer wohler fühlen.

Hier erkennt man ganz gut, dass er viel größer ist

Ich bin mir sicher, dass sie eines Tages große, schöne und sehr selbstbewusste Katzen werden. Der Grundstein dafür ist auf jeden Fall gelegt.


Diese Bilder habe ich gemacht, dass sie ca. 13,5 Wochen alt waren. Ich werde in einigen Wochen eine weitere Bilderstrecke machen. Dort wird man dann deutlich sehen, wie schnell die beiden Kitten erwachsen werden. Aber momentan dürfen sie noch voll und ganz Kind sein. ;)


Liebe Grüße
Sina

Mittwoch, 1. Juli 2015

Schattenseiten eines Umzuges... und ein Happy End

Ich hatte euch ja schon letztens erzählt, dass mein Freund Max und ich eine neue Wohnung gefunden hatten. Mit der neuen Wohnung hat auch alles geklappt, nur fast alles was mit der alten Wohnung hätte passieren können, ist auch schiefgegangen...
Ich hatte Anfang Juni die neue Wohnung entdeckt, besichtigt, mich darin verliebt. Der Ablauf mit Makler und neuen Vermieter verlief problemlos. Zwischenzeitlich hatte ich schon mit meiner alten Vermieterin, eine sehr betagte Dame (95 Jahre), geredet und mit ihr vereinbart, dass ich einen Nachmieter suche und somit früher aus dem alten Mietverhältnis raus bin. Ich hätte ansonsten noch drei Monatsmieten voll bezahlen müssen (bis Ende September 2015).

Ich habe auf eBay Kleinanzeigen sowie auf Immobilienscout die Wohnung inseriert und habe eine öffentliche Besichtigung veranstaltet. Die Leute haben mir die Bude eingerannt und einige haben die von mir vorbereiteten Interessentenbogen ausgefüllt. Jetzt kommt der Knackpunkt. Da meine Vermieterin schon im Altersheim ist (wie gesagt, sie ist 95 Jahre!) und nicht persönlich vor Ort sein kann, habe ich mit ihr ausgemacht, dass ich mich darum kümmere, dass ich einen Gehaltsnachweis sowie eine Personalausweiskopie von den Mietinteressenten erhalte. Damit ich der Vermieterin beweisen kann, dass sich die Bewerber überhaupt die Wohnung leisten können. Ich hätte nie gedacht, dass das in so eine Odyssee ausarten würde...

Der erste Mietsinteressent, nennen wir ihn hier nachfolgend Herr Müller*, der einen Bogen ausgefüllt hatte, war ein junger Mann, der gerne zusammen mit seiner Freundin die Wohnung beziehen würde. Seine Freundin konnte nicht zur Besichtigung kommen, da sie einen Termin hatte. Herr Müller wirkte sehr interessiert, füllte den Interessentenbogen aus und vermittelte mir sehr deutlich, dass er sehr gerne die Wohnung mieten würde. In dem Interessentenbogen gab er an, dass die beiden schon zusammenwohnen würden. Er schickte mir sogleich auch die geforderten Dokumente per Mail, worüber ich mich sehr freute. Einen Tag später kam Herr  Müller* mit seiner Freundin samt Zollstock vorbei und messten sie Wohnung aus, um zu sehen, wie sie ihre Möbel am besten stellen könnten.

Das zweite Pärchen war völlig begeistert von der Wohnung und wäre am liebsten sofort eingezogen. Auch diese Dame, nennen wir sie mal Frau Schmidt*, fülle zusammen mit ihrem türkischstämmischen Freund den Interessentenbogen aus. Bis sie mir die geforderten Dokumente brauchten sie zwar etwas länger, aber letztendlich schickte Sie mir die Daten zu.

Das dritte Pärchen, nennen wir sie nachfolgend Familie Mustermann*, hatte ein kleines Kind von ca. 3 Jahren dabei. Auch diese Familie war hingerissen von der Wohnung und ich hatte fast eine einstündige Besichtigung mit Ihnen gemacht, in der sie mir glaubhaft vermittelten, dass sie auf jeden Fall die Wohnung haben wollten. Auch wenn ich sie darauf hinwies, dass die Wohnung ein Durchgangszimmer hat und daher eher für alleinstehende Pärchen geeignet wäre. Trotzdem wollten sie unbedingt die Wohnung haben. Nun gut, deren Ding.
Als mir Familie Mustermann* am nächsten Tag noch nicht die geforderten Dokumente zugeschickt hatte, rief ich bei Herrn Mustermann* an, der mir erzählte, dass sie nicht die Wohnung nehmen werden. Im Erdgeschoss wohne nämlich der Sohn der Vermieterin, der seit über 25 Jahren an MS (Multiple Sklerose) erkrankt und daher bettlägerig ist. Und genau diesen "todkranken Mann" möchte seine Frau nicht in der Nähe der Tochter haben. 
Ihr Argument: "Oben tobt das pure Leben, während unten ein alter Mann im Bett liegt und leidet. Und evt. bekommen wir dann mit, wie der Mann stirbt und wie er vom Krankenwagen abgeholt wird. So eine schreckliche Erfahrung will ich meinem Kind nicht zumuten." 
Ähm ja. 
Ich persönlich hatte eher den Eindruck, dass das Kind weniger damit ein Problem hatte, sondern  die Mutter, die das Kind als Vorwand benutzt hat. Man kann immer in die Situation geraten, dass man mitbekommt, wie jemand stirbt und vom Krankenwagen abgeholt wird. Allein auf Deutschlands Straßen passieren täglich unzählige Unfälle... Leben und Sterben gehört meiner Meinung nach zum Menschsein dazu. Aber gut, wenn sie nicht wollen, kann ich sie nicht zwingen. Vor allem, weil ich ja noch zwei ernsthafte Mietinteressenten (Herr Müller und Partnerin, Frau Schmidt und Partner) in petto hatte. 

So fuhr ich eines Abends zu meiner Vermieterin ins Altersheim. Man muss der alten Dame durchaus zugestehen, dass sie für ihre 95 Jahre wirklich außerordentlich fit ist. Zwar ist sie schwerhörig, vergisst viele Dinge und braucht einen Rollator um zu gehen, aber sie ist deutlich gesünder als manch 70-jähriger. Vor allem ist sie klaren Verstandes. Das einzige, sehr große Problem, was ich eingangs deutlich unterschätzt hatte, war, dass sie mit rechtem Gedankengut aufgewachsen ist.

Als ich ihr Frau Schmidt* und ihren türkischstämmigen Freund als Nachmieter empfehlen wollte (sie wären per sofort eingezogen und hätten einen Teil unserer Möbel übernommen), lehnte sie sofort ab, mit dem Worten: "Ausländer will ich nicht." Punkt. Aus. Der Fall war für sie erledigt.

Ich war sprachlos. Ich persönlich bin multikulturell erzogen worden. Jeder Mensch ist gleich, egal, was er für eine Nationalität hat. Schon in meiner Kindheit war ich eng mit einem polnischen Mädchen befreundet und Max zählt ebenfalls zu seinem engsten Freundeskreis einige polnische Staatsbürger. Meine Familie beschäftigt in unserem Familienbetrieb teilweise Russen, Türken, Asiaten,... Ein bunter Mix aus allem. 
Ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass der türkischstämmige Freund von Frau Schmidt* ein Problem darstellen könnte. Vor allem, weil ich ihn selber getroffen hatte und ganz ehrlich - er sprach fließend deutsch und hätte ich nicht gewusst, dass er türkischstämmisch ist, hätte er auch ein Deutscher sein können. Für meine Vermieterin völlig egal. Sie liest das Wort "Türkisch" und schon ist der Fall erledigt. Zack, abgestempelt.

Ich schluckte und stellte ihr dann das zweite Pärchen vor. Herr Müller* hatte mir ja auch schon direkt alle Unterlagen geschickt, die meine Vermieterin gründlich inspizierte. "Meinen Sie, dass dieses Pärchen ernsthaftes Interesse hat? Junge Leute sind ja immer so unbeständig", meinte sie zu mir. Den kleinen Seitenhieb ihrerseits überhörte ich geflissentlich und antwortete: "Die beiden wohnen ja auch schon zusammen und er hat mir ernsthaft vermittelt, dass sie gerne die Wohnung mieten würden. Sie haben auch schon die Wohnung vermessen, um zu sehen wie sie ihre Möbel stellen wollen."  
Mit einem langem Seufzer stimmte die Vermieterin zu, dass das Pärchen Müller* den Zuschlag kriegen würde und ich somit deutlich früher aus dem Mietverhältnis entlassen wäre, wenn der Mietvertrag zwischen Herrn Müller* und der Vermieterin zustande käme.

Ich habe mich sehr gefreut, da ich dachte, dass ich endlich aus der Nummer raus sei. Leider habe ich mich deutlich zu früh gefreut, da mir noch mehr als einmal das Lachen noch im Halse stecken bleiben würde. 

Aber zurück zur damaligen Situation. Ich habe Herrn Müller* angerufen, als ich wieder zuhause war und ihm freudig verkündet, dass er die Wohnung bekäme. Er freute sich (im nach hinein fällt mir gerade auf, dass seine Freude schon am Telefon recht verhalten ausfiel) und ich erklärte ihm den weiteren Ablauf. Wir eigneten uns einvernehmlich und ich war glücklich, dass ich es geschafft hatte nur mit einer öffentlichen Besichtigung direkt einen Nachmieter gefunden zu haben. Ich löschte daraufhin meine kostenpflichtige Anzeige bei Immobilienscout (Kosten pro sieben Tage: knapp 20,00€) und deaktivierte mein kostenloses Inserat bei eBay Kleinanzeigen.

Frau Schmidt* rief ich danach an und teilte ihr kurz und knapp mit, dass sie die Vermieterin für einen anderen Mieter entschieden hatte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen bei diesen Worten, da ich ja ganz genau wusste, dass meine Vermieterin ihre Unterlagen keine Sekunde angeguckt hatte, nachdem klar war, dass ihr Freund türkischer Abstammung ist. Aber was sonst hätte ich ihr sagen sollen?

Am nächsten Tag rief mich Herr Müller* an und erzählte mir, dass er sich gestern Abend mit seiner Freundin gestritten hatte und sie nicht mehr zusammenziehen möchten.  
Ich war mal wieder sprachlos.  
"Aber Sie hatten mir doch auf dem Interessentenbogen per Unterschrift bestätigt, dass Sie schon mit Ihrer Freundin zusammenwohnen?!", fragte ich irritiert. "Ja,...", man merkte ihm an, wie peinlich ihm die Situation war: "ich war ja alleine zur ersten Besichtigung, wusste die Adresse meiner Freundin nicht auswendig und habe deswegen einfach meine Adresse bei ihren Daten angegeben."

Ganz ehrlich, was soll man dazu sagen? Vor allem hatte ich schon in meinem Interessentenbogen extra den Passus: "Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass die von Ihnen gemachten Angaben den Tatsachen entsprechen." reingenommen. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. 
Es blieb mir ja nicht anders übrig als die Absage von Herrn Müller* entgegenzunehmen und meiner Vermieterin die Blamage mitzuteilen. Ich konnte richtig durchs Telefon hören, dass sie sich in ihrer Aussage ("Junge Leute sind ja immer so unbeständig.") bestätigt fühlte. 

Also begann die Suche nach einem Nachmieter für die Wohnung wieder von vorne. Ich aktivierte wieder das Inserat bei eBay Kleinanzeigen und machte die Anzeige zu einer TOP-Anzeige (für sieben Tage ist die Anzeige immer am Anfang der Suchergebnisse, wenn man nach Wohnungen in Lübeck sucht. Kostenpunkt 10,00€). Die kostenpflichtige Anzeige von Immobilienscout konnte ich leider nicht mehr aktivieren. Ich hätte nur noch eine weitere für 20,00€ kaufen können... Davon habe ich abgesehen und versuchte es erstmal mit der Anzeige bei eBay Kleinanzeigen.
Zwischenzeitlich sind wir schon mit Sack und Pack ausgezogen und die Wohnung stand leer. Bei der ersten Besichtigungsrunde war sie noch vollständig möbliert.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Menschen sich auf Anzeigen melden, aber dann nicht die 3 Minuten Geduld aufbringen können, die Anzeige auch sorgfältig zu lesen. Ich habe mir sehr viel Mühe beim Schreiben der Anzeige gegeben und versucht sie so detailliert wie möglich zu beschreiben. 
Ich hatte mehr als einen, der sich bei einer Besichtigung beschwerte, dass das eine Zimmer ein Durchgangszimmer in das andere sei. Hätte man einfach nur aufmerksam die Anzeige gelesen, hätte man diesen Satz vielleicht gesehen: "Außerdem gibt es noch zwei etwa gleich große Zimmer von denen eines ein Durchgangszimmer in das andere ist." Zusätzlich zu dieser Beschreibung kann man auf einem der Bilder auch deutlich erkennen, dass das eine Zimmer ein Durcheingangszimmer ist.

Ich wurde auch mehr als einmal gefragt, ob es denn in Ordnung wäre, wenn man Katzen, Hunde etc. hat. Ich frage mich wirklich, was an dem Satz "Keine Haustierhaltung erlaubt." missverständlich ist.

Die nächsten Tage waren für mich außerordentlich deprimierend. Ich hatte in der leerstehenden Wohnung eine Besichtigung veranstaltet, zu der auch vier Pärchen kamen, die allesamt Interesse an der Wohnung bei mir anmeldeten.

Das erste Pärchen war ein in Theorie deutschstämmiges (laut eigener Angabe), aber mit so einem türkisch klingendem Vor- und Nachnamen, dass ich mir sehr sicher war, dass meine Vermieterin sie aufgrund des fremdklingenden Namens direkt ablehnen würde. Trotzdem gab ich Ihnen einen Interessentenbogen, den sie sogleich ausfüllten. Die weiteren Dokumente (Gehaltsnachweis und Personalausweiskopie) haben sie mir nicht mehr per Mail übermittelt, daher fielen diese Bewerber direkt raus. Wer mir nicht die Unterlagen, trotz deutlicher Vorgabe, nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen kann, hat Pech gehabt.

Als zweites kam eine kleine Familie (Vater, Mutter, 3- Jähriges Kind, 5-Monate altes Kind), dass aus Serbien stammte.  Auch sie füllten mir den Interessentenbogen aus, gaben aber auch an, dass vom Arbeitsamt Geld erhalten würden. Auch diese Unterlagen habe ich nie erhalten.

Als drittes kam eine ca. 30-jährige Frau, nennen wir sie Frau Meyer*, mit ihren beiden Kindern (11 Jahre und 3 Jahre) zur Besichtigung vorbei. Sie hatte mich im Vorfeld schon bekniet, dass sie uuuuuuunbediiiiingt (keine Übertreibung) die Wohnung haben möchte, da ihre gesamte Familie in den umliegenden Straßen wohnt und sie gerne "zu ihren Wurzeln zurückkehren möchte". Außerdem gehe ihr Sohn in der naheliegenden Schulgebäude (ca. 300m Fußweg) zur Schule und und und... Sie hatte mir noch einen persönlichen Brief an die Vermieterin mitgegeben, in dem sie geradezu darum bettelte, die Wohnung zu bekommen. Und weil das ganze noch nicht unseriös genug ist, hatte sie mir noch angeboten, dass sie mir eine "Belohnung" zahlen würde, wenn es zum Vertragsabschluss kommt. Ähm ja.
Ich habe ihr daraufhin freundlich erklärt, dass ich nicht entscheide, wer der Nachmieter wird. Ich kann höchstens meiner Vermieterin einen Nachmieter empfehlen. Wen sie letztendlich nimmt, ist ihre Sache.
Frau Meyer* hatte mir diverse Unterlagen zur Verfügung gestellt. Personalausweiskopie, Schufa-auskunft, Vermieterbescheinigung,... Nur einen "richtigen" Gehaltsnachweis konnte ich nicht darunter finden. Sie meinte dann zu mir, dass sie mir diesen per Mail zuschicke. Als nach zwei Tagen immer noch nichts kam, habe ich mal freundlich per Whats App nachgefragt. Ihre Antwort: "Ich glaube für die Kinder ist das nichts... Sie können sich da nicht frei entfalten wegen dem Dielenboden."
Ernsthaft? Mir vorher einen vorheulen, dass man auf jeden, jeden, jeden  Fall die Wohnung will und später mir erzählen, dass man wegen dem Dielenboden in der Küche die Wohnung nicht will?! Ich hatte ehrlich gesagt eher das Gefühl, dass die gute Dame mir keinen Gehaltsnachweis vorbringen wollte bzw. konnte. Aber nun gut. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Vor allem ist meiner Meinung nach die Wohnung vom Schnitt her auch deutlich besser für ein Pärchen ausgelegt als für Kinder.

Als letztes kam ein junges Pärchen, nennen wir sie nachfolgend Fischer*, dass sehr großes Interesse an der Wohnung zeigte. Auch hier habe ich eine umfangreiche Besichtigung durchgeführt und habe alle Fragen des Pärchens Rede und Antwort gestanden. Auch sie waren begeistert und ich (inzwischen schon mehrmals enttäuscht von Menschen, die auf jeden Fall die Wohnung haben wollten) habe ihnen die Geschichte von Herrn Müller* (siehe oben) erzählt. Von wegen, dass dieses Pärchen auch sehr begeistert war, den Mietvertrag auch schon sicher hatte und danach mir dann abgesagt hatte. Sie wirkten sichtlich geschockt und versicherten mir, dass sie auf jeden Fall ernsthaftes Interesse an der Wohnung haben würden. Ich gab Ihnen den Interessentenbogen, den sie sogleich ausfüllen und ich holte mir von Ihnen die Zusage, dass sie die fehlenden Dokumente (Gehaltsnachweis, Personalausweiskopie) mir per Mail zuschicken würden. Ich war zu dem Zeitpunkt misstrauisch. Die Fischers'* waren nicht die ersten diese Woche, die mir erzählten, dass sie auf jeden, jeden, jeden Fall die Wohnung haben wollen.

Als ich dann tags drauf bei Herrn Fischer* per Whats App nachfragte, ob er mir bitte die Unterlagen zuschicken könnte, da ich bald bei meiner Vermieterin ihn als potenziellen Nachmieter vorstellen möchte, antworte er mir knapp:

 "Hallo,
ich muss Ihnen leider mitteilen, dass wir die Wohnung nicht nehmen werden. Vielen Dank für Ihre Mühe und wir wünschen Ihnen viel Glück in Ihrer neuen Wohnung.

Mit freundlichen Grüßen
Fischer*"

Ganz ehrlich, langsam konnte ich den Gedankengang meiner alten Vermieterin ("Junge Leute sind so unbeständig.") nachvollziehen.  Die dritte Absage von einem Mietsinteressenten, der mir vorher noch sehr glaubhaft vermittelt hatte, dass er/sie die Wohnung auf jeden Fall haben möchte. Glücklicherweise hatten sie mir noch vor dem Termin mit meiner Vermieterin abgesagt, ansonsten hätte ich mich doppelt vor der alten Dame blamiert.
Inzwischen hatte ich schon vor lauter Stress einen recht heftigen Hautausschlag bekommen. Die ganze Situation so schnell wie möglich einen Mieter finden zu müssen (bestenfalls zum 01.07.2015), da wir ansonsten Doppelmiete hätten zahlen müssen, hat mich tierisch unter Druck gesetzt. Ich bin normalerweise recht stressresistent, aber diese ständige Ungewissheit sowie der allgemeine Umzugsstress hat mir ordentlich zugesetzt. 

Ich stand mal wieder am Anfang und organisierte eine weitere öffentliche Besichtigung am darauffolgenden Tag. Zu dem Aufruf der nächsten öffentlichen Besichtigung meldeten 3 potenzielle Nachmieter.

Die erste angekündigte Mietsinteressentin war gerade Mutter geworden, bezog Geld vom Amt und befand sich derzeit im Mutterschutz. Sie sagte den Besichtigungstermin 10 Minuten vorher ab, da sie für ihr Baby keinen Babysitter gefunden hatte. Auch hier: Ohne Worte. Dass einem der Babysitter abspringt weiß man doch normalerweise schon deutlich früher als 10 Minuten vor der Besichtigung?!

Das zweite Pärchen, nennen wir sie Schulz*, kam ein wenig früher, was mir sehr recht war. Auch hier wieder dasselbe Muster: Das Pärchen war vollauf begeistert. Ich war hingegen misstrauisch. Die beiden waren Studenten, mit keinerlei Einkommen. Sie wurden zu 100% von ihren recht vermögenden Eltern unterhalten. Der sehr gutverdiende Vater von Herrn Schulz* würde die Miete für das Pärchen tragen und für sie bürgen. Na dann. 
Ich war sehr gespannt, ob ich von den beiden die geforderten Unterlagen (Personalausweiskopien, Gehaltsnachweis vom Bürgen, Bürgschaftsnachweis) rechtzeitig zugeschickt bekommen würde. Und ich wurde überrascht. Am nächsten Morgen hatte ich alle Dokumente in meinem Mailfach. 

Der dritte Mietsinteressent schrieb mir, dass er erst gegen 19:30 bei der Wohnung sein könnte. Und  da er auf mich schon einen sehr "ausländischen" Eindruck machte und ich wusste, dass er bei meiner Vermieterin aufgrund seiner Herkunft keine Chance hätte, habe ich ihm den Termin abgesagt. Ich hätte ansonsten auch fast zwei Stunden alleine in der leeren Wohnung auf ihn warten müssen. Die Zeit habe ich besser genutzt und habe es endlich geschafft mein Schlafzimmer von Umzugskisten zu befreien. Dank der ganzen Nachmietersuche kam ich kaum dazu mein neues Zuhause einzurichten. 

Am Tag darauf dackelte ich ein zweites Mal zusammen mit Max im Gepäck ins Alterheim zu meiner Vermieterin. Ich hatte diesmal nur das Studentenpärchen Schulz* vorzuweisen, aber ich war zuversichtlich, dass meine Vermieterin diese Mieter aufgrund der Bürgschaft des Vater von Hernn Schulz akzepotieren würde. Und ich hatte Glück - mit ein bisschen gut zureden und erklären warum und wieso der Vater von Herrn Schulz* da mit drin hängt, akzeptierte sie letztendlich den Mieter und mir fiel ein Kleiner Stein vom Herzen. 100% erleichert war ich noch nicht - ich hatte ja schon schlechte Erfahrungen mit Herrn Müller gesammelt. 

Am darauffolgenden Montag war die Wohnungsübergabe angesetzt. Da meine Vermieterin aufgrund ihres hohen Alters nicht persönlich die Übergabe durchführen konnte, hat dies Herr Weber*, ein längjähriger Mieter, der ebenfalls im Haus wohnt, dies stellvertretend übernommen. Ich war auch sehr froh, dass Herr Weber* anwesend war und nicht die Vermieterin, da Max und ich ihn beide kannten und wir uns mit ihm verstehen. Die Übergabe verlief auch recht problemlos. Der Nachmieter brachte auch dierekt die erste Monatsmiete für Juli 2015 sowie die Mietsicherheit zur Übergabe mit. Die Chancen, dass Herr Schulz jetzt noch abspringen würde, waren nun sehr gering und ich war merklich erleichert.  

Jetzt muss Herr Schulz* nur noch den Mietvertrag mit der Vermieterin unterschreiben. Da alles so schnell ging, hatte ich mit der Vermieterin vereinbart, dass sie den Mietvertrag zu mir per Post sendet und ich mich darum kümmere, dass der Vertrag zum Nachmieter kommt und von ihm und seinem Bürgen (dem Vater von Herrn Schulz*) unterschrieben wird. Und dies ist der momentane Stand. Inzwischen bin ich recht zuversichtlich, dass ganze gut enden wird.

Ich habe diese ganze Geschichte aufgschrieben, weil ich teilweise echt nicht weiter wusste. Meine Gedanken waren nicht mehr zielgerichtet und ich war häufig unkonzentiert. Die ganze Geschichte aufzuschreiben, hat mir dann doch gut geholfen mit dem Stress umzugehen und davon Abstand zu gewinnen. Makler haben wirklich keinen leichten Job, das habe ich in den letzten Wochen am eigenen Leib erfahren. Das letztendlich dann doch alles so problemlos klappen würde, hätte ich zwischenzeitlich nicht geglaubt

*Alle verwendeten Namen entsprechen nicht der Wahrheit, um die Personen zu schützen. Die Geschichte dahinter ist trotzdem leider wahr. *seufz*

*** 

Am Montag waren wir dann abends noch spontan bei einer Maine Coon-Züchterin. Unser Plan war es ein Maine Coon-Mädchen auszusuchen und als zweite Katze entweder eine Siam Thai oder eine BKH (Britisch Kurzhaar) zu nehmen. Als wir bei der Züchterin ankamen, wurden wir von dieser freundlich begrüßt und ins Katzenzimmer gebracht. Dort tollten ein Dutzend kleiner Kitten fröhlich herum. Die Züchterin erzählte uns, dass ihre drei Katzendamen dieses Jahr insgesamt 20 Kitten zur Welt gebracht hatten und sie immer noch überwältigt von den vielen kleinen Kätzchen war. So einen großen Wurf hatte sie noch nie. Sie stellte uns auch direkt das letzte freie Mädchen vor

 
Max und ich mussten nicht lange überlegen, uns war klar: Diese kleine gehört zu uns! Sie war auch direkt zahm, ließ sich ohne Probleme streicheln und schnurrte leise. Derweil spielten wir noch mit den anderen Kitten, teilweise kletterten 5 Stück auf einmal auf Max und mir herum...
Nebenbei wir unterhielten uns mit der Züchterin und man merkte deutlich, dass wir ihr sehr sympathisch waren.
Als alle Absprachen geklärt waren, ging die Züchterin aus dem Raum und füllte den Kaufvertrag aus. Zwischenzeitlich beschloss ein kleiner Kater, der zuerst auf mein Bein kletterte und dann die Pfoten auf meinen Arm legte, dass ich sein favorisierter Schlafplatz bin. Unter Streicheln und Kraulen schlief der daraufhin mit leichtem Schnurren ein.


Eigentlich hatten wir uns im vornherein überlegt, dass wir gerne zwei weibliche Katzen hätten, um uns eine Zuchtmöglichkeit offenzuhalten. Dieser kleiner Kater war aber offensichtlich der Meinung, dass er mitkommen wollte. Ich sprach kurz mit Max, der aber auch direkt für den kleinen Jungen auf meinem Arm war. Die Züchterin war sehr überrascht, als sie wieder in den Raum kam und wir ihr sagten, dass wir den Bruder auch noch mitnehmen wollten. Sie freute sich aber sehr, da sie wohl instinktiv merkte, dass wir den beiden gute Katzeneltern sein würden.

Bruder und Schwester zusammen auf einem Bild

Momentan sind sie noch zu jung, um sie direkt mitzunehmen. Außerdem bekommen wir Anfang Juli die Perserkatze meiner Mutter (der Name Swiffer passt wie die Faust aufs Auge) zu Besuch, da sie eine Woche verreisen. Und Swiffer mag andere Katzen mal so gar nicht. Das möchte ich dann weder Swiffer noch den beiden anderen Kitten zumuten. Daher werden Max und ich die beiden am 24.07.2015 abholen. Ich habe schon Pläne für einen Naturkratzbaum geschmiedet (einer unserer Freunde hat vor einiger Zeit seinen Magnolienbaum gefällt und uns den Baumstamm geschenkt) und freue mich darauf, dass wir endlich die beiden abholen können. Nach dem ganzen Stress mit der alten Wohnung bin ich heilfroh, dass ich mich auf so etwas schönes freuen kann.

Mittwochs mag ich: Happy Ends. ♥