Dienstag, 21. Juli 2015

Stricktreffen im Juli beim Seemannsgarn

Ich war am vergangenden Freitag nach langer Zeit mal wieder mit meiner Arbeitskollegin beim Seemannsgarn. Eigentlich wollten wir schon länger dem Geschäft einen Besuch abstatten, aber bei der tropischen Hitze haben wir lieber die Zeit draußen verbracht.


Da wird direkt nach der Arbeit hingefahren sind, gab es erstmal lecker Mittagsessen. Meine Arbeitskollegin Lisa hat sich eine Quiche gegönnt. Bei mir gab es einen ofenfrischen Flammkuchen. Mjam!


Im Anschluss an das Mittagessen hat mir die Inhaberin, Daniela Seemann, ihre neusten Errungenschaften im Wollgeschäft gezeigt. 


Unter anderem verkauft sie seit kurzem neben industriell gefärber Wolle nun auch handgefärbte Wolle. Die Färbungen stammen aus einer kleinen Färberei in der Nähe Hamburgs. Die Farben leuchten einem so richtig entgegen. ♥ Ich mag es ja gerne handgefärbt. :)



Annett Cordes färbt in ihrer kleinen Manufaktur für ihr eigenes Geschäft in Marschacht (Niedersachsen) sowie für eine kleine Auswahl für Seemannsgarn. Wer keine Möglichkeit hat, die Wolle in Bergedorf oder in Marschacht zu kaufen, kann diese direkt bei Annett Cordes per E-Mail oder per Anruf bestellen.



Außerdem hat Daniela einige neue Pearl-Garne im Angebot von der Luxusmarke Lanamania.

Ich bin immer wieder fasziniert wie seidig die Farben aussehen und sich anfühlen. Purer Strickluxus für die Seele! ♥


Zusätzlich zu ihren Strick- und Häkelkursen bietet das Seemannsgarn seit Neustem Spinnkurse an. Der erste Kurs ist letztens erst gelaufen und war laut Daniela sehr gut besucht. Da wird es sicherlich in Zukunft weitere Workshopangebote geben. Und ganz ehrlich... so ein Spinnkurs würde mich schon sehr reizen. Aber erstmal muss ich andere Projekte angehen, bevor ich wieder etwas Neues beginne. ^^"


Inzwischen hat Daniela auch ein paar Zeitschriften im Angebot. Immer wenn ich die Rebecca sehe, muss ich an Anneli und Tüt denken. Die beiden stricken ja gerne aus diesen Heften. Vielleicht lege ich mir auch probehalber eins zu. Obwohl ich schon für mich feststellen konnte, dass ich nicht so der Heftstricker bin.


Nachmittags gab es noch ein leckeres Stück glutenfreien Kuchen.


Zusätzlich zu ihrem großen Wollangebot gibt es im Café-Bereich Fotografien zu bestauen und zu kaufen.


Die Bilder passen meiner Meinung gut zum Thema Seemannsgarn und fügen sich perfekt in das Konzept ein.



Und was ich beim letzten Mal völlig vergessen habe: Euch ein Bild von der Außenansicht zu geben. Das Café kann man kaum übersehen - durch seine blaue Fassade sticht es wie ein Paradisvogel aus der Straße heraus. Ich mag sowieso die gesamte Aufmachung des Seemanngsgarn. Man merkt die Liebe und die Gedanken, die in jedem der Einrichtungsstücke steckt.


Und wie man hier auch erahnen kann: Es gibt massig Platz! Ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich größere Stricktreffen hier sammeln werden. Man bekommt locker 25+ Leute in das Seemanngsgarn rein, ohne dass es zu eng wird. 
Vor allem, weil Daniela mir geflüstert hat, dass sie gerade daran arbeiten einen Workshopraum zu gestalten, in dem nochmal mehr Personen unterkommen können. Da ist definitiv noch einiges in Planung...


Zu guter letzt noch eine Neuerung, die mir als temporär internetloses Kind besonders gut gefallen hat: Gratis WLAN. ♥ Endlich mal Mails checken können, ohne, dass das Handy direkt abschmiert...

Abschließend muss ich sagen, dass ich mich auch dieses Mal wieder sehr wohlgefühlt habe. Man merkt sehr deutlich, dass Daniela und ihre "Crew" angekommen sind. Ich war sehr angenehm überrascht von den vielen Neuerungen, die sie umgesetzt haben.  Man merkt, dass alle mit Herzblut an dem Geschäft hängen. Außerdem freue ich mich sehr darüber, dass Daniela mir eine Kleinigkeit für meine Bloggeburtstag-Verlosung sponsert. Man darf gespannt sein! :)

Liebe Grüße
Sina

Hinweis:
Die Bilder sind mit der Erlaubnis von Daniela Seemann gemacht worden. Danke nochmals!

Dienstag, 7. Juli 2015

Aller Anfang ist schwer: Doubleface stricken [Tutorial]

Fia (von stich.fest) und ich arbeiten momentan an dem Teststrick für ihr orientalisches Muster Dimasq. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Anleitung möchten wir dazu einen KAL starten. Da mir schon einige Fragen zum Doubleface gestellt worden sind, möchte ich heute euch einige Tipps geben und Fragen beantworten. 

Was ist Doubleface?

Doubleface ist eine Doppelstricktechnik, wobei man gleichzeitig die Vorder- sowie Rückseite eine Strickstücks fertigt. Das bedeutet allerdings auch gleichtzeitig, dass man doppelt so viel Maschen anschlagen muss, als normalerweise. z.B. ein normales Gestrick benötigt 15 Maschen inkl. Randmaschen, dann benötigt man für das Gestrick in Doublefacetechnik 30 Maschen. Natürlich es dauert durch diesen Umstand Doubleface auch deutlich länger als normales Fair Isle, aber glaubt mir, der Aufwand lohnt sich. ;)
 
Vorder- und Rückseite eines Doubleface-Gestricks im Querschnitt

Die Vorder- und Rückseite eines Doubleface-Gestricks sind gespiegelt. Das bedeutet, wenn auf meiner Vorderseite meine Hauptfarbe grün und die Kontrastfarbe schwarz ist, ist auf der Rückseite  meines Strickstücks die Hauptfarbe schwarz und die Kontrastfarbe grün.

Bei meinem Hobbitschal kann man die Haupt- und Kontrastfarben gut erkennen

Was empfiehlt sich an Wolle und Nadeln?

Generell würde ich empfehlen nicht zu dicke Wolle zu nehmen, denn wie Fia auf ihrem Blog schon richtig beschrieb:

Dick, Dicker, Stranded, Doubleface

Doublefacegestrick ist außerordentlich fest und dicht und wärmt daher extrem gut. Im Winter ist ein Doubleface-Schal dein bester Begleiter, im Sommer... nun ja, nur was für hartgesottende.

Ich persönlich bin ein Fan von dünnen Garnen und deren feiner Struktur, was aber auch bedeutet, dass ich extra lange an einem Strickstück sitze, bis man nennenswerte Erfolge sieht. Je dünner das Garn ist, desto biegsamer ist es. In dem Fall von Dimasq ist ein flexibles Gestrick erwünscht, ansonsten habt ihr am Ende nur eine dreieckige Tagesdecke und kein Dreieckstuch.

Festigkeit bei Doubleface kann aber auch gewünscht sein, z.B. wenn man Topflappen strickt. Topflappen sollen ja auch fester sein, damit sie zum einem nicht der Gegend herumlabbern und zweitens nicht die Wärme sofort weiterleiten.

Generell würde ich euch für Dimasq ein Garn empfehlen, dass nicht dicker als 3,5mm in der Banderole angegeben wird, ansonsten wird das Gestrick viel zu dick. Bei den Nadeln würde ich mindestens 0,5mm kleiner nehmen als auf der Banderole angegeben. Das ist allerdings auch ein wenig persönliche Vorliebe und wenn ihr gerne mit 5,0mm Wolle und 4,5mm Nadeln Dimasq stricken wollt, nur zu. Dann wird es die arktische Variante dieses orientalischen Tuchs. ;)

Außerdem noch ein paar Worte zu den Farben. Es ist wichtig, dass diese bei Doubleface sich deutlich unterscheiden. Wenn man schwarz auf braun strickt, hat man später nichts vom Muster, sondern nur Farbmatsch. Daher experimentiert ein wenig rum - es macht viel Spaß!

Wie kann ich Maschen anschlagen?

Im Folgenden werde ich euch anhand einer kleinen Fotostrecke erklären, wie man mithilfe eines doppelten Kreuzanschlages Maschen aufnimmt für ein Doppelfaceprojekt.


Als Wolle für dieses Übungsprojekt habe ich mir Drops ♥ You #5 (100% Baumwolle) in zwei Blautönen herausgesucht. Auf der Banderole wird die Nadelstärke 5,0mm angegeben, ich verwende Knit Pro Nadeln in Stärke 4,5mm. Ich habe mich für ein Baumwollgarn entschieden, da ich für dieses Übungsstück einen Topflappen fertigen möchte.

Bei diesem Übungsprojekt ist mein liebster Begleiter in Sachen Fair Isle und Doubleface dabei: Mein Strickring. Mit diesem praktischen Fingerhut ist es einfacher die unterschiedlichen Fäden auseinander zuhalten.  Es geht natürlich auch ohne, aber für mich ist es einfacher und schneller, wenn ich diesen Ring benutze.


Dies ist erstmal die Grundhaltung. Ich orientiere mich bei diesem Tutorial an dem normalen Kreuzanschlag, da er meiner Ansicht der einfachste ist. Ich werde bei diesem Anschlag die Maschen größtenteils mit dem dunkelblauen Faden aufschlingen, daher habe ich diesen extra lang gelassen. Den hellblauen Faden benötige ich nur für die erste Masche, deswegen kann dieser ruhig kürzer sein.

Ich entschuldige mich schonmal im voraus für meine Handhaltung. Da ich mir das Stricken komplett alleine beigebracht habe, ist meine Handhaltung etwas krüppelig und nicht besonders lehrbuchreif. Ich hoffe trotzdem, dass man etwas erkennen kann.


Ich steche von unten in meine Daumenschlaufe ein. Wichtig bei der ersten Masche ist, dass beide Fäden gleichzeitig angeschlagen werden. Also in der Daumenschlaufe sowie die beiden Fäden, die ich über den Strickring kontrolliere.


Ich nehme beide Fäden auf die Nadel.


Und führe beide Fäden von oben durch meine Anfangschlaufe wieder zurück.



Danach ziehe ich mit dem Daumen die Masche fest. Es sind nun die ersten beiden Maschen auf der Nadel (auch wenn man leider die dunkelblaue nicht so gut sieht, sie ist da).


Nachdem die erste Masche angeschlagen ist, lasse ich den hellblauen Faden fallen und schlage jetzt nur mit dem dunkelblauen Faden an.


Und nun wieder das selbe Prozedere wie eben: Von unten in die Masche reinstechen, blauen Faden holen,


...wieder durch die Daumenschlaufe ziehen und festziehen.


Nachdem ich eine Masche mit dem dunkelblauen Faden angeschlagen habe, nehme ich jetzt wieder den hellblauen Faden.



Und auch hier wieder festziehen.


Dies wiederholt ihr nun so lange abwechselnd, bis ihr die doppelte geforderte Maschenanzahl inkl. Randmaschen auf der Nadel habt.


So sieht das ganze nun bei mir aus. Die erste Masche sieht man nicht besonders gut, aber es ist eine dunkelblaue. Und da ich mit dunkelblau angefangen habe, ist meine letzte Masche hellblau.

In meinem nächsten Tutorial werde ich über das Grundprinzip von Doubleface und das Verkreuzen der Maschen schreiben. Wann das genau sein wird, kann ich leider noch nicht absehen. Genau wie Fia stecke ich momentan im ewigen Kreislauf der Telekomhölle. Unser ("Highspeed")Anschluss (6.000er Leitung) soll Mitte Juli geschaltet werden, ich bin mal sehr gespannt ob die Telekom das einhalten kann. Unser erster Termin für die Schaltung wäre der 01.07.15 gewesen. *seufz*

Verlinkt beim Creadienstag.

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Liebe Grüße
Sina

Mittwoch, 1. Juli 2015

Schattenseiten eines Umzuges... und ein Happy End

Ich hatte euch ja schon letztens erzählt, dass mein Freund Max und ich eine neue Wohnung gefunden hatten. Mit der neuen Wohnung hat auch alles geklappt, nur fast alles was mit der alten Wohnung hätte passieren können, ist auch schiefgegangen...
Ich hatte Anfang Juni die neue Wohnung entdeckt, besichtigt, mich darin verliebt. Der Ablauf mit Makler und neuen Vermieter verlief problemlos. Zwischenzeitlich hatte ich schon mit meiner alten Vermieterin, eine sehr betagte Dame (95 Jahre), geredet und mit ihr vereinbart, dass ich einen Nachmieter suche und somit früher aus dem alten Mietverhältnis raus bin. Ich hätte ansonsten noch drei Monatsmieten voll bezahlen müssen (bis Ende September 2015).

Ich habe auf eBay Kleinanzeigen sowie auf Immobilienscout die Wohnung inseriert und habe eine öffentliche Besichtigung veranstaltet. Die Leute haben mir die Bude eingerannt und einige haben die von mir vorbereiteten Interessentenbogen ausgefüllt. Jetzt kommt der Knackpunkt. Da meine Vermieterin schon im Altersheim ist (wie gesagt, sie ist 95 Jahre!) und nicht persönlich vor Ort sein kann, habe ich mit ihr ausgemacht, dass ich mich darum kümmere, dass ich einen Gehaltsnachweis sowie eine Personalausweiskopie von den Mietinteressenten erhalte. Damit ich der Vermieterin beweisen kann, dass sich die Bewerber überhaupt die Wohnung leisten können. Ich hätte nie gedacht, dass das in so eine Odyssee ausarten würde...

Der erste Mietsinteressent, nennen wir ihn hier nachfolgend Herr Müller*, der einen Bogen ausgefüllt hatte, war ein junger Mann, der gerne zusammen mit seiner Freundin die Wohnung beziehen würde. Seine Freundin konnte nicht zur Besichtigung kommen, da sie einen Termin hatte. Herr Müller wirkte sehr interessiert, füllte den Interessentenbogen aus und vermittelte mir sehr deutlich, dass er sehr gerne die Wohnung mieten würde. In dem Interessentenbogen gab er an, dass die beiden schon zusammenwohnen würden. Er schickte mir sogleich auch die geforderten Dokumente per Mail, worüber ich mich sehr freute. Einen Tag später kam Herr  Müller* mit seiner Freundin samt Zollstock vorbei und messten sie Wohnung aus, um zu sehen, wie sie ihre Möbel am besten stellen könnten.

Das zweite Pärchen war völlig begeistert von der Wohnung und wäre am liebsten sofort eingezogen. Auch diese Dame, nennen wir sie mal Frau Schmidt*, fülle zusammen mit ihrem türkischstämmischen Freund den Interessentenbogen aus. Bis sie mir die geforderten Dokumente brauchten sie zwar etwas länger, aber letztendlich schickte Sie mir die Daten zu.

Das dritte Pärchen, nennen wir sie nachfolgend Familie Mustermann*, hatte ein kleines Kind von ca. 3 Jahren dabei. Auch diese Familie war hingerissen von der Wohnung und ich hatte fast eine einstündige Besichtigung mit Ihnen gemacht, in der sie mir glaubhaft vermittelten, dass sie auf jeden Fall die Wohnung haben wollten. Auch wenn ich sie darauf hinwies, dass die Wohnung ein Durchgangszimmer hat und daher eher für alleinstehende Pärchen geeignet wäre. Trotzdem wollten sie unbedingt die Wohnung haben. Nun gut, deren Ding.
Als mir Familie Mustermann* am nächsten Tag noch nicht die geforderten Dokumente zugeschickt hatte, rief ich bei Herrn Mustermann* an, der mir erzählte, dass sie nicht die Wohnung nehmen werden. Im Erdgeschoss wohne nämlich der Sohn der Vermieterin, der seit über 25 Jahren an MS (Multiple Sklerose) erkrankt und daher bettlägerig ist. Und genau diesen "todkranken Mann" möchte seine Frau nicht in der Nähe der Tochter haben. 
Ihr Argument: "Oben tobt das pure Leben, während unten ein alter Mann im Bett liegt und leidet. Und evt. bekommen wir dann mit, wie der Mann stirbt und wie er vom Krankenwagen abgeholt wird. So eine schreckliche Erfahrung will ich meinem Kind nicht zumuten." 
Ähm ja. 
Ich persönlich hatte eher den Eindruck, dass das Kind weniger damit ein Problem hatte, sondern  die Mutter, die das Kind als Vorwand benutzt hat. Man kann immer in die Situation geraten, dass man mitbekommt, wie jemand stirbt und vom Krankenwagen abgeholt wird. Allein auf Deutschlands Straßen passieren täglich unzählige Unfälle... Leben und Sterben gehört meiner Meinung nach zum Menschsein dazu. Aber gut, wenn sie nicht wollen, kann ich sie nicht zwingen. Vor allem, weil ich ja noch zwei ernsthafte Mietinteressenten (Herr Müller und Partnerin, Frau Schmidt und Partner) in petto hatte. 

So fuhr ich eines Abends zu meiner Vermieterin ins Altersheim. Man muss der alten Dame durchaus zugestehen, dass sie für ihre 95 Jahre wirklich außerordentlich fit ist. Zwar ist sie schwerhörig, vergisst viele Dinge und braucht einen Rollator um zu gehen, aber sie ist deutlich gesünder als manch 70-jähriger. Vor allem ist sie klaren Verstandes. Das einzige, sehr große Problem, was ich eingangs deutlich unterschätzt hatte, war, dass sie mit rechtem Gedankengut aufgewachsen ist.

Als ich ihr Frau Schmidt* und ihren türkischstämmigen Freund als Nachmieter empfehlen wollte (sie wären per sofort eingezogen und hätten einen Teil unserer Möbel übernommen), lehnte sie sofort ab, mit dem Worten: "Ausländer will ich nicht." Punkt. Aus. Der Fall war für sie erledigt.

Ich war sprachlos. Ich persönlich bin multikulturell erzogen worden. Jeder Mensch ist gleich, egal, was er für eine Nationalität hat. Schon in meiner Kindheit war ich eng mit einem polnischen Mädchen befreundet und Max zählt ebenfalls zu seinem engsten Freundeskreis einige polnische Staatsbürger. Meine Familie beschäftigt in unserem Familienbetrieb teilweise Russen, Türken, Asiaten,... Ein bunter Mix aus allem. 
Ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass der türkischstämmige Freund von Frau Schmidt* ein Problem darstellen könnte. Vor allem, weil ich ihn selber getroffen hatte und ganz ehrlich - er sprach fließend deutsch und hätte ich nicht gewusst, dass er türkischstämmisch ist, hätte er auch ein Deutscher sein können. Für meine Vermieterin völlig egal. Sie liest das Wort "Türkisch" und schon ist der Fall erledigt. Zack, abgestempelt.

Ich schluckte und stellte ihr dann das zweite Pärchen vor. Herr Müller* hatte mir ja auch schon direkt alle Unterlagen geschickt, die meine Vermieterin gründlich inspizierte. "Meinen Sie, dass dieses Pärchen ernsthaftes Interesse hat? Junge Leute sind ja immer so unbeständig", meinte sie zu mir. Den kleinen Seitenhieb ihrerseits überhörte ich geflissentlich und antwortete: "Die beiden wohnen ja auch schon zusammen und er hat mir ernsthaft vermittelt, dass sie gerne die Wohnung mieten würden. Sie haben auch schon die Wohnung vermessen, um zu sehen wie sie ihre Möbel stellen wollen."  
Mit einem langem Seufzer stimmte die Vermieterin zu, dass das Pärchen Müller* den Zuschlag kriegen würde und ich somit deutlich früher aus dem Mietverhältnis entlassen wäre, wenn der Mietvertrag zwischen Herrn Müller* und der Vermieterin zustande käme.

Ich habe mich sehr gefreut, da ich dachte, dass ich endlich aus der Nummer raus sei. Leider habe ich mich deutlich zu früh gefreut, da mir noch mehr als einmal das Lachen noch im Halse stecken bleiben würde. 

Aber zurück zur damaligen Situation. Ich habe Herrn Müller* angerufen, als ich wieder zuhause war und ihm freudig verkündet, dass er die Wohnung bekäme. Er freute sich (im nach hinein fällt mir gerade auf, dass seine Freude schon am Telefon recht verhalten ausfiel) und ich erklärte ihm den weiteren Ablauf. Wir eigneten uns einvernehmlich und ich war glücklich, dass ich es geschafft hatte nur mit einer öffentlichen Besichtigung direkt einen Nachmieter gefunden zu haben. Ich löschte daraufhin meine kostenpflichtige Anzeige bei Immobilienscout (Kosten pro sieben Tage: knapp 20,00€) und deaktivierte mein kostenloses Inserat bei eBay Kleinanzeigen.

Frau Schmidt* rief ich danach an und teilte ihr kurz und knapp mit, dass sie die Vermieterin für einen anderen Mieter entschieden hatte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen bei diesen Worten, da ich ja ganz genau wusste, dass meine Vermieterin ihre Unterlagen keine Sekunde angeguckt hatte, nachdem klar war, dass ihr Freund türkischer Abstammung ist. Aber was sonst hätte ich ihr sagen sollen?

Am nächsten Tag rief mich Herr Müller* an und erzählte mir, dass er sich gestern Abend mit seiner Freundin gestritten hatte und sie nicht mehr zusammenziehen möchten.  
Ich war mal wieder sprachlos.  
"Aber Sie hatten mir doch auf dem Interessentenbogen per Unterschrift bestätigt, dass Sie schon mit Ihrer Freundin zusammenwohnen?!", fragte ich irritiert. "Ja,...", man merkte ihm an, wie peinlich ihm die Situation war: "ich war ja alleine zur ersten Besichtigung, wusste die Adresse meiner Freundin nicht auswendig und habe deswegen einfach meine Adresse bei ihren Daten angegeben."

Ganz ehrlich, was soll man dazu sagen? Vor allem hatte ich schon in meinem Interessentenbogen extra den Passus: "Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass die von Ihnen gemachten Angaben den Tatsachen entsprechen." reingenommen. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. 
Es blieb mir ja nicht anders übrig als die Absage von Herrn Müller* entgegenzunehmen und meiner Vermieterin die Blamage mitzuteilen. Ich konnte richtig durchs Telefon hören, dass sie sich in ihrer Aussage ("Junge Leute sind ja immer so unbeständig.") bestätigt fühlte. 

Also begann die Suche nach einem Nachmieter für die Wohnung wieder von vorne. Ich aktivierte wieder das Inserat bei eBay Kleinanzeigen und machte die Anzeige zu einer TOP-Anzeige (für sieben Tage ist die Anzeige immer am Anfang der Suchergebnisse, wenn man nach Wohnungen in Lübeck sucht. Kostenpunkt 10,00€). Die kostenpflichtige Anzeige von Immobilienscout konnte ich leider nicht mehr aktivieren. Ich hätte nur noch eine weitere für 20,00€ kaufen können... Davon habe ich abgesehen und versuchte es erstmal mit der Anzeige bei eBay Kleinanzeigen.
Zwischenzeitlich sind wir schon mit Sack und Pack ausgezogen und die Wohnung stand leer. Bei der ersten Besichtigungsrunde war sie noch vollständig möbliert.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Menschen sich auf Anzeigen melden, aber dann nicht die 3 Minuten Geduld aufbringen können, die Anzeige auch sorgfältig zu lesen. Ich habe mir sehr viel Mühe beim Schreiben der Anzeige gegeben und versucht sie so detailliert wie möglich zu beschreiben. 
Ich hatte mehr als einen, der sich bei einer Besichtigung beschwerte, dass das eine Zimmer ein Durchgangszimmer in das andere sei. Hätte man einfach nur aufmerksam die Anzeige gelesen, hätte man diesen Satz vielleicht gesehen: "Außerdem gibt es noch zwei etwa gleich große Zimmer von denen eines ein Durchgangszimmer in das andere ist." Zusätzlich zu dieser Beschreibung kann man auf einem der Bilder auch deutlich erkennen, dass das eine Zimmer ein Durcheingangszimmer ist.

Ich wurde auch mehr als einmal gefragt, ob es denn in Ordnung wäre, wenn man Katzen, Hunde etc. hat. Ich frage mich wirklich, was an dem Satz "Keine Haustierhaltung erlaubt." missverständlich ist.

Die nächsten Tage waren für mich außerordentlich deprimierend. Ich hatte in der leerstehenden Wohnung eine Besichtigung veranstaltet, zu der auch vier Pärchen kamen, die allesamt Interesse an der Wohnung bei mir anmeldeten.

Das erste Pärchen war ein in Theorie deutschstämmiges (laut eigener Angabe), aber mit so einem türkisch klingendem Vor- und Nachnamen, dass ich mir sehr sicher war, dass meine Vermieterin sie aufgrund des fremdklingenden Namens direkt ablehnen würde. Trotzdem gab ich Ihnen einen Interessentenbogen, den sie sogleich ausfüllten. Die weiteren Dokumente (Gehaltsnachweis und Personalausweiskopie) haben sie mir nicht mehr per Mail übermittelt, daher fielen diese Bewerber direkt raus. Wer mir nicht die Unterlagen, trotz deutlicher Vorgabe, nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen kann, hat Pech gehabt.

Als zweites kam eine kleine Familie (Vater, Mutter, 3- Jähriges Kind, 5-Monate altes Kind), dass aus Serbien stammte.  Auch sie füllten mir den Interessentenbogen aus, gaben aber auch an, dass vom Arbeitsamt Geld erhalten würden. Auch diese Unterlagen habe ich nie erhalten.

Als drittes kam eine ca. 30-jährige Frau, nennen wir sie Frau Meyer*, mit ihren beiden Kindern (11 Jahre und 3 Jahre) zur Besichtigung vorbei. Sie hatte mich im Vorfeld schon bekniet, dass sie uuuuuuunbediiiiingt (keine Übertreibung) die Wohnung haben möchte, da ihre gesamte Familie in den umliegenden Straßen wohnt und sie gerne "zu ihren Wurzeln zurückkehren möchte". Außerdem gehe ihr Sohn in der naheliegenden Schulgebäude (ca. 300m Fußweg) zur Schule und und und... Sie hatte mir noch einen persönlichen Brief an die Vermieterin mitgegeben, in dem sie geradezu darum bettelte, die Wohnung zu bekommen. Und weil das ganze noch nicht unseriös genug ist, hatte sie mir noch angeboten, dass sie mir eine "Belohnung" zahlen würde, wenn es zum Vertragsabschluss kommt. Ähm ja.
Ich habe ihr daraufhin freundlich erklärt, dass ich nicht entscheide, wer der Nachmieter wird. Ich kann höchstens meiner Vermieterin einen Nachmieter empfehlen. Wen sie letztendlich nimmt, ist ihre Sache.
Frau Meyer* hatte mir diverse Unterlagen zur Verfügung gestellt. Personalausweiskopie, Schufa-auskunft, Vermieterbescheinigung,... Nur einen "richtigen" Gehaltsnachweis konnte ich nicht darunter finden. Sie meinte dann zu mir, dass sie mir diesen per Mail zuschicke. Als nach zwei Tagen immer noch nichts kam, habe ich mal freundlich per Whats App nachgefragt. Ihre Antwort: "Ich glaube für die Kinder ist das nichts... Sie können sich da nicht frei entfalten wegen dem Dielenboden."
Ernsthaft? Mir vorher einen vorheulen, dass man auf jeden, jeden, jeden  Fall die Wohnung will und später mir erzählen, dass man wegen dem Dielenboden in der Küche die Wohnung nicht will?! Ich hatte ehrlich gesagt eher das Gefühl, dass die gute Dame mir keinen Gehaltsnachweis vorbringen wollte bzw. konnte. Aber nun gut. Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Vor allem ist meiner Meinung nach die Wohnung vom Schnitt her auch deutlich besser für ein Pärchen ausgelegt als für Kinder.

Als letztes kam ein junges Pärchen, nennen wir sie nachfolgend Fischer*, dass sehr großes Interesse an der Wohnung zeigte. Auch hier habe ich eine umfangreiche Besichtigung durchgeführt und habe alle Fragen des Pärchens Rede und Antwort gestanden. Auch sie waren begeistert und ich (inzwischen schon mehrmals enttäuscht von Menschen, die auf jeden Fall die Wohnung haben wollten) habe ihnen die Geschichte von Herrn Müller* (siehe oben) erzählt. Von wegen, dass dieses Pärchen auch sehr begeistert war, den Mietvertrag auch schon sicher hatte und danach mir dann abgesagt hatte. Sie wirkten sichtlich geschockt und versicherten mir, dass sie auf jeden Fall ernsthaftes Interesse an der Wohnung haben würden. Ich gab Ihnen den Interessentenbogen, den sie sogleich ausfüllen und ich holte mir von Ihnen die Zusage, dass sie die fehlenden Dokumente (Gehaltsnachweis, Personalausweiskopie) mir per Mail zuschicken würden. Ich war zu dem Zeitpunkt misstrauisch. Die Fischers'* waren nicht die ersten diese Woche, die mir erzählten, dass sie auf jeden, jeden, jeden Fall die Wohnung haben wollen.

Als ich dann tags drauf bei Herrn Fischer* per Whats App nachfragte, ob er mir bitte die Unterlagen zuschicken könnte, da ich bald bei meiner Vermieterin ihn als potenziellen Nachmieter vorstellen möchte, antworte er mir knapp:

 "Hallo,
ich muss Ihnen leider mitteilen, dass wir die Wohnung nicht nehmen werden. Vielen Dank für Ihre Mühe und wir wünschen Ihnen viel Glück in Ihrer neuen Wohnung.

Mit freundlichen Grüßen
Fischer*"

Ganz ehrlich, langsam konnte ich den Gedankengang meiner alten Vermieterin ("Junge Leute sind so unbeständig.") nachvollziehen.  Die dritte Absage von einem Mietsinteressenten, der mir vorher noch sehr glaubhaft vermittelt hatte, dass er/sie die Wohnung auf jeden Fall haben möchte. Glücklicherweise hatten sie mir noch vor dem Termin mit meiner Vermieterin abgesagt, ansonsten hätte ich mich doppelt vor der alten Dame blamiert.
Inzwischen hatte ich schon vor lauter Stress einen recht heftigen Hautausschlag bekommen. Die ganze Situation so schnell wie möglich einen Mieter finden zu müssen (bestenfalls zum 01.07.2015), da wir ansonsten Doppelmiete hätten zahlen müssen, hat mich tierisch unter Druck gesetzt. Ich bin normalerweise recht stressresistent, aber diese ständige Ungewissheit sowie der allgemeine Umzugsstress hat mir ordentlich zugesetzt. 

Ich stand mal wieder am Anfang und organisierte eine weitere öffentliche Besichtigung am darauffolgenden Tag. Zu dem Aufruf der nächsten öffentlichen Besichtigung meldeten 3 potenzielle Nachmieter.

Die erste angekündigte Mietsinteressentin war gerade Mutter geworden, bezog Geld vom Amt und befand sich derzeit im Mutterschutz. Sie sagte den Besichtigungstermin 10 Minuten vorher ab, da sie für ihr Baby keinen Babysitter gefunden hatte. Auch hier: Ohne Worte. Dass einem der Babysitter abspringt weiß man doch normalerweise schon deutlich früher als 10 Minuten vor der Besichtigung?!

Das zweite Pärchen, nennen wir sie Schulz*, kam ein wenig früher, was mir sehr recht war. Auch hier wieder dasselbe Muster: Das Pärchen war vollauf begeistert. Ich war hingegen misstrauisch. Die beiden waren Studenten, mit keinerlei Einkommen. Sie wurden zu 100% von ihren recht vermögenden Eltern unterhalten. Der sehr gutverdiende Vater von Herrn Schulz* würde die Miete für das Pärchen tragen und für sie bürgen. Na dann. 
Ich war sehr gespannt, ob ich von den beiden die geforderten Unterlagen (Personalausweiskopien, Gehaltsnachweis vom Bürgen, Bürgschaftsnachweis) rechtzeitig zugeschickt bekommen würde. Und ich wurde überrascht. Am nächsten Morgen hatte ich alle Dokumente in meinem Mailfach. 

Der dritte Mietsinteressent schrieb mir, dass er erst gegen 19:30 bei der Wohnung sein könnte. Und  da er auf mich schon einen sehr "ausländischen" Eindruck machte und ich wusste, dass er bei meiner Vermieterin aufgrund seiner Herkunft keine Chance hätte, habe ich ihm den Termin abgesagt. Ich hätte ansonsten auch fast zwei Stunden alleine in der leeren Wohnung auf ihn warten müssen. Die Zeit habe ich besser genutzt und habe es endlich geschafft mein Schlafzimmer von Umzugskisten zu befreien. Dank der ganzen Nachmietersuche kam ich kaum dazu mein neues Zuhause einzurichten. 

Am Tag darauf dackelte ich ein zweites Mal zusammen mit Max im Gepäck ins Alterheim zu meiner Vermieterin. Ich hatte diesmal nur das Studentenpärchen Schulz* vorzuweisen, aber ich war zuversichtlich, dass meine Vermieterin diese Mieter aufgrund der Bürgschaft des Vater von Hernn Schulz akzepotieren würde. Und ich hatte Glück - mit ein bisschen gut zureden und erklären warum und wieso der Vater von Herrn Schulz* da mit drin hängt, akzeptierte sie letztendlich den Mieter und mir fiel ein Kleiner Stein vom Herzen. 100% erleichert war ich noch nicht - ich hatte ja schon schlechte Erfahrungen mit Herrn Müller gesammelt. 

Am darauffolgenden Montag war die Wohnungsübergabe angesetzt. Da meine Vermieterin aufgrund ihres hohen Alters nicht persönlich die Übergabe durchführen konnte, hat dies Herr Weber*, ein längjähriger Mieter, der ebenfalls im Haus wohnt, dies stellvertretend übernommen. Ich war auch sehr froh, dass Herr Weber* anwesend war und nicht die Vermieterin, da Max und ich ihn beide kannten und wir uns mit ihm verstehen. Die Übergabe verlief auch recht problemlos. Der Nachmieter brachte auch dierekt die erste Monatsmiete für Juli 2015 sowie die Mietsicherheit zur Übergabe mit. Die Chancen, dass Herr Schulz jetzt noch abspringen würde, waren nun sehr gering und ich war merklich erleichert.  

Jetzt muss Herr Schulz* nur noch den Mietvertrag mit der Vermieterin unterschreiben. Da alles so schnell ging, hatte ich mit der Vermieterin vereinbart, dass sie den Mietvertrag zu mir per Post sendet und ich mich darum kümmere, dass der Vertrag zum Nachmieter kommt und von ihm und seinem Bürgen (dem Vater von Herrn Schulz*) unterschrieben wird. Und dies ist der momentane Stand. Inzwischen bin ich recht zuversichtlich, dass ganze gut enden wird.

Ich habe diese ganze Geschichte aufgschrieben, weil ich teilweise echt nicht weiter wusste. Meine Gedanken waren nicht mehr zielgerichtet und ich war häufig unkonzentiert. Die ganze Geschichte aufzuschreiben, hat mir dann doch gut geholfen mit dem Stress umzugehen und davon Abstand zu gewinnen. Makler haben wirklich keinen leichten Job, das habe ich in den letzten Wochen am eigenen Leib erfahren. Das letztendlich dann doch alles so problemlos klappen würde, hätte ich zwischenzeitlich nicht geglaubt. 

*Alle verwendeten Namen entsprechen nicht der Wahrheit, um die Personen zu schützen. Die Geschichte dahinter ist trotzdem leider wahr. *seufz*

*** 

Am Montag waren wir dann abends noch spontan bei einer Maine Coon-Züchterin. Unser Plan war es ein Maine Coon-Mädchen auszusuchen und als zweite Katze entweder eine Siam Thai oder eine BKH (Britisch Kurzhaar) zu nehmen. Als wir bei der Züchterin ankamen, wurden wir von dieser freundlich begrüßt und ins Katzenzimmer gebracht. Dort tollten ein Dutzend kleiner Kitten fröhlich herum. Die Züchterin erzählte uns, dass ihre drei Katzendamen dieses Jahr insgesamt 20 Kitten zur Welt gebracht hatten und sie immer noch überwältigt von den vielen kleinen Kätzchen war. So einen großen Wurf hatte sie noch nie. Sie stellte uns auch direkt das letzte freie Mädchen vor: 

 
Max und ich mussten nicht lange überlegen, uns war klar: Diese kleine gehört zu uns! Sie war auch direkt zahm, ließ sich ohne Probleme streicheln und schnurrte leise. Derweil spielten wir noch mit den anderen Kitten, teilweise kletterten 5 Stück auf einmal auf Max und mir herum...
Nebenbei wir unterhielten uns mit der Züchterin und man merkte deutlich, dass wir ihr sehr sympathisch waren.
Als alle Absprachen geklärt waren, ging die Züchterin aus dem Raum und füllte den Kaufvertrag aus. Zwischenzeitlich beschloss ein kleiner Kater, der zuerst auf mein Bein kletterte und dann die Pfoten auf meinen Arm legte, dass ich sein favorisierter Schlafplatz bin. Unter Streicheln und Kraulen schlief der daraufhin mit leichtem Schnurren ein.


Eigentlich hatten wir uns im vornherein überlegt, dass wir gerne zwei weibliche Katzen hätten, um uns eine Zuchtmöglichkeit offenzuhalten. Dieser kleiner Kater war aber offensichtlich der Meinung, dass er mitkommen wollte. Ich sprach kurz mit Max, der aber auch direkt für den kleinen Jungen auf meinem Arm war. Die Züchterin war sehr überrascht, als sie wieder in den Raum kam und wir ihr sagten, dass wir den Bruder auch noch mitnehmen wollten. Sie freute sich aber sehr, da sie wohl instinktiv merkte, dass wir den beiden gute Katzeneltern sein würden.

Bruder und Schwester zusammen auf einem Bild

Momentan sind sie noch zu jung, um sie direkt mitzunehmen. Außerdem bekommen wir Anfang Juli die Perserkatze meiner Mutter (der Name Swiffer passt wie die Faust aufs Auge) zu Besuch, da sie eine Woche verreisen. Und Swiffer mag andere Katzen mal so gar nicht. Das möchte ich dann weder Swiffer noch den beiden anderen Kitten zumuten. Daher werden Max und ich die beiden am 24.07.2015 abholen. Ich habe schon Pläne für einen Naturkratzbaum geschmiedet (einer unserer Freunde hat vor einiger Zeit seinen Magnolienbaum gefällt und uns den Baumstamm geschenkt) und freue mich darauf, dass wir endlich die beiden abholen können. Nach dem ganzen Stress mit der alten Wohnung bin ich heilfroh, dass ich mich auf so etwas schönes freuen kann.

Mittwochs mag ich: Happy Ends. ♥

Donnerstag, 11. Juni 2015

Träume von der Zukunft

Ich möchte eine kleine Nachricht hinterlassen, da es wohl in den nächsten Wochen hier wohl etwas ruhiger sein wird. 

Mein Freund Max und ich suchten schon lange nach einer neuen Wohnung, die etwas ländlicher liegt, da wird beide das Landleben dem Stadtleben deutlich bevorzugen. Außerdem gab es in unserer momentanen Wohnung ein paar Punkte, wo wir im nachhinein feststellen mussten, dass sie nicht gefallen (z.B. Nachbarn... endloses Thema, keine Katzenhaltung erlaubt,...).

Zufällig haben wir jetzt eine lübecknahe Wohnung gefunden, die von Wiesen und Feldern umgeben ist, groß und schön geschnitten ist und aufgrund ihrer Landlage absolut bezahlbar ist. Außerdem hat sie einen guten Anschluss an die A1, was für mich als Pendlerin Voraussetzung ist. Und weil das zum Glück nicht reicht, ist Haustierhaltung erlaubt und die Wohnung ist sofort bezugsbereit sowie komplett renoviert.

Jetzt heißt es die alte Wohnung verlassen, Sachen zusammenpacken, Nachmieter finden, ummelden, alte Möbel verkaufen und neue Möbel besorgen... Ich werde wohl im gesamten Juni kaum dazu kommen ein paar Maschen zu stricken, daher wundert euch nicht, wenn es hier in den nächsten Wochen etwas ruhiger wird.

Ich vermute, dass wir Mitte Juli mit allen Dingen durch sind und wer weiß, vielleicht können wir uns bis dahin endlich den jahrelangen Wunsch nach einer Katze erfüllen... 

Liebe Grüße
Sina

Mittwoch, 3. Juni 2015

Neues Strickcafé in Hamburg-Bergedorf: Seemannsgarn

Ich möchte mich vor meinem heutigen Post für die vielen lieben Kommentare zu meinem Dimasq bedanken. Ich habe dafür unglaublich viel Feedback erhalten. Fia und ich werden so schnell wie möglich versuchen die Anleitung online zu stellen. Bis dahin versorgen wir euch aber mit regelmäßigen Updates. Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt anscheinend einen Nerv getroffen hat und wir schon einige für unseren KAL gefunden haben. 

Heute geht es aber weiter in der Rubrik Mittwochs mag ich. Denn ich habe einen neuen Geheimtipp für Hamburg entdeckt. ;)

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Ich bin vor einiger Zeit in der Gruppe Hanseatic Knitters auf Ravelry auf ein neues Wollgeschäft mit angeschlossenden Strickcafe aufmerksam geworden. Die Begeisterung meinerseits war groß, da ich nur einen Katzensprung entfernt arbeite (maximal 10 Minuten Autofahrt).
Ich habe bei mir auf der Arbeit ein paar Kollegen mit dem Strickvirus angesteckt, daher war es klar, dass wir dem Cafe Seemannsgarn einen Besuch abstatten würden.


Schon im Vorhinein hatte ich einen postiven Eindruck, da der schön gestaltete Internetauftritt Lust auf das Cafe machte. Vor allem fand ich es gut, dass man vorab schon einen Blick auf die Speisekarte werfen konnte. Mit knurrenden Magen haben wir uns am Freitagmittag nach der Arbeit auf den Weg gemacht und wurden von der Seemannsgarn-Crew herzlich empfangen.


Zum Mittag haben wir uns einen Flammkuchen gegönnt, der es vor lauter Hunger nicht aufs Bild geschafft hat. Ich kann euch aber versichern, dass er wirklich sehr lecker war und sich selbst mit dem hausgemachten Flammkuchen meines Freundes Max messen konnte. ;)


Das Cafe selbst ist ganz nach dem Thema Seemannsgarn eingerichtet. Überall sind maritime Dekorationen, die sich gut in das Gesamtkonzept einfügen, ohne dass es überladen oder gar kitschig wirkt. Außerdem empfinde ich es als sehr positiv, dass der Café-Bereich sehr groß ist und vielen Menschen Platz bietet. Das ist der perfekte Platz für Stricktreffs.


Ich habe mich lange mit Daniela Seemann, der Inhaberin, unterhalten und sie hat mir erzählt, dass sich viele Familienerbstücke unter den Einrichtungsgegenständen befinden.


Und auch abgesehen von der Einrichtung ist Seemannsgarn ein Familienprojekt. Daniela erzählte mir, dass sie schon vor 32 Jahren die Idee hatte, ein Strickcafé zu eröffnen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sie leider nicht die Zeit und Mittel, um diesen Lebenstraum zu verwirklichen und daher verlief ihre Idee im Sande.


2014 wurde die Idee wiederbelebt, da die zweigeteilten Geschäftsräume in Hamburg-Bergedorf frei wurden. Zusammen mit der ganzen Familie wurde innerhalb eines halben Jahres das Geschäft kernsaniert. Ich finde es auch beachtenswert, wie viel in Eigenregie gefertigt wurde. Zum Beispiel alle Holzflächen, die im Laden vorhanden sind, wurden von ihrem Sohn Marvin, der Tischler ist, angefertigt.
Und auch die tägliche Führung des Ladens liegt völlig in Familienhand. Daniela (Mutter) führt das Wollgeschäft, Josefin (Tochter) ist zuständig für das Cafè und Carolin (Tochter) kümmert sich um den Internetauftritt, facebook, Instagram sowie die Gestaltung von Logos und Flyern. Wo immer noch eine helfende Hand gebraucht wird, ist auch Robin (Sohn) und der Rest des großen Familien- und Freundeskreises mit an Bord.
 

Ich selbst stammte aus einer Familie, die seit über 22 Jahren einen (inzwischen sehr großen mit über 25 Angestellten) Familienbetrieb besitzt. Ich kenne noch die Zeiten in denen Oma, Mutter, Tanten, Kusine und co. an einem Strang zogen, damit der Traum (das eigene Geschäft) am Leben bleibt. Daher finde ich solche Familiengeschichten immer sehr schön, da sie mich an mein eigenes Leben erinnern. Ich bin praktisch in unserem Ladengeschäft großgeworden und habe unter Kleider laufen gelernt. ;)


Aber nun genug zum Thema Café. Denn bei Seemannsgarn gibt es nicht nur Leckerein im Cafe zu genießen, sondern man kann auch Unmengen schöner Wolle erwerben. Bei Seemannsgarn sind einige Firmen vertreten, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Eine von diesen ist die norwegische Firma Sandnes Garn, die unter anderem wunderschönes Merino- und Alpakagarn herstellt.


Sandnes Garn vertreibt auch Alpakasockenwolle und ein Tweedgarn mit Baby Alpaka. Vielleicht gebe ich Alpaka doch noch ein paar Chancen, auch wenn ich schon zugegeben muss, dass ich Baby Merino liebe. ;)


Auf dem gegenüberliegenden Regal werden Garne der Firmen Schoppel und ggh präsentiert. Schoppel ist ja sehr bekannt durch die Zauberbälle, aber Daniela hat noch die Pur-Kollektion im Angebot, die ich zuvor auch noch nicht gesehen habe.


Dieses formstabile Garn ist perfekt für Westen, Jacken, Mützen, Pullover und Schals geeignet.


Es gibt auch noch eine XL-Variante mit einfarbigen Garnen. Dadurch, dass die Pur-Garne gewalkt werden, geben sie dem Strickstück zusätzliche Stabilität.


Auch die Firma ggh war mir neu. Die leuchtenden Farben der Cottonea-Kollektion haben mich aber direkt begeistert.


Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Farbpalette ich schöner finde... ♥


Auch wenn ich kein Freund von Mohairgarnen bin, muss ich zuegeben, dass ich die Kid Mohair-Kollektion von ggh spannend fand. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die liebe Anneli von Fadengold an den hauchzarten Garnen Gefallen finden könnte. :)


Wunderschön ist auch dieses Luxusgarn von Lanamania aus der Pearl-Kollektion. Etwas so weiches und feines habe ich noch nie in der Hand gehabt. Die Farben sind seidenglänzend und ich kann mir gut vorstellen, dass ein Lacetuch daraus purer Luxus für die Seele ist. ♥ 


Abseits der industriellgefertigten Garne gibt es in dieser schönen Kommode fairgehandelte Alpakagarne sowie handgesponnende Garne zu bewundern.



Die handgesponnenden Garne stammen von Petra Michalski. Daniela versicherte mir, dass sie zukünftig plant auch Kammzüge in ihr Sortiment aufzunehmen, darauf kann man sich als Spinnerin schonmal freuen. ;)


Zustätzlich gibt es noch selbstgenähte Projekttaschen zu kaufen.


Interessant fand ich auch diese Box. Ich war zuerst ein wenig ratlos wofür diese Glitzergarne gut sein mögen, bis mir Daniela erzählte, dass dies Beilaufgarne sein. Mit diesen schimmerden Garnen kann man unifarbener Wolle noch eine ganz besonders Note verleihen, ohne dass der Glitzerfaden sich kratzend auf das Strickstück auswirken würde. Da ich kein Fan von Glitzergarnen bin, wäre ich nie darauf gekommen, aber man lernt ja nie aus. Vor allem gibt es sicherlich die ein oder andere Elster unter den Strickerinnen. ;)


Neben diesem unfangreichen Angebot an Wolle gibt es noch Knit Pro-Stricknadeln in den üblichen Größen sowie ein paar Exoten in Übergröße. Ich stelle es mir äußerst befremdlich vor mit 20mm-Nadeln zu stricken, da meine Lieblingstärke bei 2,5mm liegt. Das wären für mich keine Baumstämme, sondenr eher Betonpfeiler. ;)

Ich habe mich lange Zeit mit Daniela unterhalten und man merkt wirklich, dass Seemannsgarn ihr Lebenstraum ist. Es werden zustätzlich zu den normalen Laden-Öffnungszeiten Montags und Mittwochs ein Strickabend angeboten, in denen das Café solange geöffnet ist, wie der Bedarf besteht. Wahrscheinlich werden wir uns mit unserem Arbeitsstricktreff nach der Arbeit auch mal dorthin begeben, um in gemütlicher Atmosphäre beisammen zu sein und zu stricken. Es werden auch noch Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten werden.

Ich persönlich wünsche der gesamten Familie Seemann viel Erfolg und Spaß bei diesem Herzensprojekt. ♥
Verlinkt bei Mittwochs mag ich
Liebe Grüße
Sina

Hinweis: 
Die Bilder sind mit der Erlaubnis von Daniela Seemann gemacht worden. Das Logo habe ich mir ebenfalls mit ihrer Genehmigung ausgeborgt. Danke nochmals!

Dienstag, 2. Juni 2015

Der Beginn einer neuen Ära: Dimasq

Ich habe mich mal wieder auf ein neues Großprojekt eingelassen...
Alles begann mit diesem Post auf Instagram von Fia (stich.fest). Fia hat zu diesem Zeitpunkt ihr neues Muster Dimasq in der Steekvariante gestrickt. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und ich habe ihr angeboten, Dimasq testzustricken. Im weiteren Verlaufe des Gespräches kam mir noch eine leicht größenwahnsinnige Idee:



Und dieser besagte Floh ließ auch mich nicht mehr los. Und nach viel Recherchieren, Herumrechnen, Teststricken, x-mal ribbeln kam dies hier dabei heraus:


Das Muster, dass Fia entworfen hat ist fantastisch. Es ist absolut symmetrisch und wird mit einem Leitersystem Reihe für Reihe erweitert, sodass man nur eine Seite Musterchart benötigt. Dies war für mich anfangs recht verwirrend, da ich so eine Art des Fair Isle bisher noch nicht gesehen habe. Allerdings war es für mich auch unglaublich spannend, sich diese neue Technik anzueignen.


Ich stricke das Dreieckstuch mit Drops Baby Merino in Türkis und Dunkelgrau mit der Nadelstärke 2,5mm. Ich bin noch nicht 100% zufrieden mit der Dehnbarkeit der Randmaschen, da muss ich mir nochmal überlegen, ob ich das noch abändere. Da es aber sowieso geplant ist, den Rand zu umhäkeln, kann ich da noch experimentieren.

Ich bin sehr gespannt wie dieses Projekt sich entwickeln wird. Es macht mir auf jeden Fall viel Spaß und nach meinem Projekt des Wahnsinns aus dem Vorjahr eine neue Herausforderung. 

Liebe Grüße
Sina